Zerbst l Wer gestern Punkt 15.30 Uhr auf der Bühne vor dem Rathaus stand, der hatte schon einige Hürden überwunden. In das Finale der Spargelschäl-Weltmeisterschaft schaffte man es nämlich nur über eine Qualifikationsrunde, bei der man in Sachen Spargel schälen richtig Gas geben musste.

So fanden sich nun am Sonntag die schnellsten Schäler des Wochenendes ein. Und doch übertrumpfte einer mal wieder alle: Steffen Hinkelmann aus Lüdershagen bei Stralsund sicherte sich zum fünften Mal in Folge den Titel des Spargelschäl-Weltmeisters.

Ähnlich wie das deutsche Fußballweltmeisterteam, trägt er seine Siege auf der Brust - gestickt auf sein Schäl-Trikot. Hinkelmann schälte in fünf Minuten 3000 Gramm küchenfertigen Spargel und setzte sich damit gegen Klaus Grigoleit (er schälte 1780 Gramm), Jaroslaw Lukowski (2120 Gramm), Tom Hebäcker (2200 Gramm) und Karsten Wiegel (2140 Gramm) durch. Letzteren, nämlich Karsten Wiegel, brachte Hinkelmann aus der Heimat mit. "Er ist mein Nachbar", erklärte er. Doch so ganz zufrieden war mit dem Ergebnis nicht. "Ich wollte eigentlich meinen Rekord vom letzten Jahr, nämlich 3480 Gramm, knacken. Das hat nicht ganz gereicht, aber trotzdem freue ich mich über den tollen Sieg", so Hinkelmann nach dem Wettbewerb. Vielleicht sei der Spargel etwas zu dünn gewesen, mutmaßte er über die Gründe.

Er selbst liebe Spargel: "Ich kann Spargel zu jeder Zeit essen", verriet er vergnügt und biss dabei in eine Stange des Edelgemüses. "Am liebsten esse ich Spargel mit Rührei und Shrimps", gab er den Zerbstern ein schmackhaftes Rezept mit auf den Weg. Ob er im nächsten Jahr wieder antrete, wisse er noch nicht. "Mal sehen, ich entscheide das eher spontan. Wenn es mir gesundheitlich gut geht, warum nicht?", lässt er offen.

Die anderen Final-Teilnehmer gratulierten dem alten und neuen Weltmeister. Klaus Grigoleit schien überhaupt überrascht, ins Finale gekommen zu sein. "In der Vorrunde habe ich gegen den Bürgermeister gewonnen. Das ist doch auch was", berichtete er vergnügt. Dass er mit den geschälten 1780 Gramm Spargel nur den letzten Platz erreicht hatte, sah er sportlich.

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