Der Landtag ist gewählt. Stolzer Gewinner des gestrigen Wahlabends ist der Burger Landtagsabgeordnete Markus Kurze (CDU). Er konnte nunmehr zum dritten Mal den Wahlkreis 06 gewinnen. Einen Sitz im Parlament ist auch Edeltraud Rogeè (Linke) sicher. Am späten Abend war auch klar, dass Matthias Graner (SPD) wieder im Parlament vertreten sein wird. Auffällig: Im Gegensatz zu 2006 ist die Wahlbeteiligung angestiegen - von 46,7 Prozent auf 52,7 Prozent.

Burg. Schulterklopfen und zufriedene Gesichter gestern Abend im Soziokulturellen Zentrum (SKZ) in Burg. Etwa eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale war klar, dass die CDU das Rennen machen wird - und damit im Wahlkreis 06 Markus Kurze. Der hat nicht nur über die Liste einen Landtagsplatz sicher, sondern holte ihn wieder direkt - und das mit deutlichem Vorsprung (36,6 Prozent). "Ich bin super glücklich", meinte er am Abend freudestrahlend. "Das ist der Erfolg für meine kontinuierliche und ergebnisorientierte Arbeit in meinem Wahlkreis. Viele Projekte, die ich angeschoben habe, schaffen oder sichern Arbeitsplätze, und das ist das, was für die Leute zählt", sagte er. Kein Wunder, dass den Unionsfreunden zum Feiern zumute war.

Anstoßen konnten auch die Genossen um Edeltraud Rogèe, die wieder in den Landtag einziehen wird. Die Linkspartei schaffte es sogar, die SPD zu überholen und ist nun zweitstärkste politische Kraft im Landtag. "Für uns ist das ein gutes Ergebnis, obwohl wir ganz klar auf Rot-Rot gesetzt und uns damit einen Wechsel auf die Fahnen geschrieben haben", sagte sie während der Feier in einem Burger Restaurant. Und: "Gut ist, dass die NPD draußen ist."

Ein etwas besseres Resultat hatten sich dagegen die Sozialdemokraten erhofft. Deren Spitzenkandidat Matthias Graner aus Möser ist ebenfalls "so gut wie wieder im Landtag". Zwar freut er sich darüber, dennoch "hatte ich mir persönlich und für die SPD insgesamt mehr erhofft", meinte er. Hauptsache sei jedoch, dass es die NPD nicht geschafft hat. Auch über die Wahlbeteiligung zeigt er sich erfreut. "Die ist mit über 50 Prozent sensationell", so Graner.

Zum Feiern war der FDP nicht zumute. Im Gegenteil. "Wir haben es leider nicht geschafft", konstatierte Allard von Arnim aus Biederitz. "Es ist uns leider nicht gelungen, unser Stammwählerpotenzial zu mobilisieren." Hinzu komme ein landesweiter Wahlkampf ohne kontroverse Themen. "Viele aus dem bürgerlichen Lager haben womöglich CDU gewählt, um Rot-Rot zu verhindern", vermutete von Arnim. Jetzt müssten sich die Liberalen neu aufstellen.

Im Aufwand fühlen sich nach dem vorläufigen Endergebnis die Bündnisgrünen, die jetzt nach 13 Jahren wieder im Landtag vertreten sein werden. "Für uns hat sich ausgezahlt, dass wir hier im Jerichower Land solche Themen wie den Müllskandal im Interesse der Anwohner besetzt haben. Hierbei werden wir jetzt erst recht weitere Akzente setzen", versicherte die Ladeburgerin Ramona Schmied-Hoboy. Sie selbst wird allerdings nicht im Landtag vertreten sein.

Für die Freien Wähler trat der Ortsbürgermeister von Gübs, Karl Heinz Latz, zur Wahl an. In den Landtag hat es die Vereinigung zwar nicht geschafft, dennoch war Latz mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. "Wir hatten nur neun Monaten Zeit und sind direkt mit knapp drei Prozent gestartet. Wir sind sehr zufrieden. Darauf können wir aufbauen", meinte er während der Feier in Magdeburg.

Wahlkreis 05

Auch im Wahlkreis 05 (Genthin/Tangerhütte/Tangermünde) machte die CDU mit ihrem Favoriten Detlef Radke aus der Altmark deutlich das Rennen. Der ehrenamtliche Bürgermeister von Weißewarte (Landkreis Stendal) konnte das Direktmandat erringen - vor dem Genthiner Harry Czeke, der über die Landesliste einen Landtagsplatz sicher haben wird.

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