CDU-Direktkandidat Dietmar Krause hat im Kampf um den Einzug in den Landtag Sachsen-Anhalt im Wahlkreis 23 Zerbst das Rennen gemacht. Mit großem Vorsprung ließ er Ronald Doege (SPD) und Gerald Grünert (Die Linke) zurück. Mario Rudolf schafft mit seinen Freien Wählern den Sprung in den Landtag nicht.

Zerbst. Mit Beifall und Jubel feierten die Anhänger von Dietmar Krause den Sieg des CDU-Kandidaten am Sonntagabend im Sporthotel Wallwitz. 32,4 Prozent aller Erststimmen der Wähler im Wahlkreis 23 konnte der 50-jährige Angestellte auf sich vereinigen. "Ich bin überglücklich", sagt Krause, als der Einzug in den Landtag für ihn bereits sicher abzusehen war.

Mit der Anzahl der Stimmen für ihn ist der Zabitzer ebenfalls hochzufrieden. "Es ist ein Top-Ergebnis, wenn man bedenkt, dass ich als Neueinsteiger langjährige Landtagsmitglieder hinter mir lassen konnte." Den Grund für seinen Erfolg sieht er gemeinsam mit seinem Wahlkampfmanager Wolfgang Wagner in den vielen Gesprächen mit den Menschen vor Ort. "Ich war in Zerbst, Gommern, Aken und in vielen kleinen Orten", so Krause. Dort sei die Resonanz auf ihn stets groß und positiv gewesen. "Das hat uns schon das Gefühl gegeben, dass es nicht so richtig schief gehen konnte."

Ebenso sieht er das Landesergebnis der CDU positiv. "Mehr war kaum möglich. Natürlich hofft man immer auf das eine oder andere Prozent mehr, aber dieses Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen."

Mit Blick in die Zukunft sagt er: "Mir liegt die Heimat sehr am Herzen. Wenn es möglich ist, möchte ich im Landtag in dieser Richtung meinen Einsatz finden." Schließlich war schon im Wahlkampf sein Thema: Heimat gestalten.

Freie Wähler zufrieden

Ronald Doege (SPD) verliert gegenüber dem Ergebnis 2006 deutliche 4,7 Prozent, bleibt mit 22,2 Prozent aber knapp auf Platz zwei vor Gerald Grünert (Die Linke) mit 21,6 Prozent. "Ich hätte mir sicher ein besseres Abschneiden für die SPD gewünscht. Umfragen und Ergebnisse klaffen doch manchmal auseinander. Und leider ist auch die höhere Wahlbeteiligung nicht bei der SPD angekommen", sagt Ronald Doege. Auch über das persönliche Ergebnis ist er enttäuscht, "weil ich gehofft habe, dass die Arbeit, die man gemacht hat, sich im Wahlergebnis niederschlägt". Ob es für ihn trotz Listenplatz 27 zum vierten Einzug in den Landtag reicht, "ist noch abzuwarten", verweist er auf mögliche Ausgleichs- und Überhangmandate.

Gerald Grünert war gestern Abend für die Volksstimme nicht zu erreichen.

10,4 Prozent der gültigen Erststimmen im Wahlkreis 23 kann Mario Rudolf (Freie Wähler) für sich verbuchen. "Wir sind kommunal mit den Personen stark. Wenn wir die Erststimmen auf die Zweitstimmen hätten verbuchen können, wären wir im Landtag." Mario Rudolf ist dennoch zufrieden. "Wir sind von Null gestartet und haben innerhalb eines Dreivierteljahres soviel Zuspruch erhalten", verweist er auf die guten Ergebnisse der Direktkandidaten. Und er freut sich besonders über sein eigenes Abschneiden. "Vielen Dank an alle, die mir und den Freien Wählern das Vertrauen ausgesprochen haben. In fünf Jahren sind wir dabei."

Claus-Jürgen Dietrich (Bündnis 90/Die Grünen) freut sich über das Landesergebnis seiner Partei mit 7 Prozent (Stand: 21.54 Uhr). "Es ist toll, dass wir die 5-Prozent-Hürde deutlich geknackt haben und wohl acht Plätze im Landtag stellen können." Davon wird jedoch keiner durch Dietrich besetzt werden. Dennoch sorgten die im Wahlkreis 23 erreichten 5,6 Prozent beim Zerbster für gute Laune. "Wir konnten flächenmäßig Stimmen gewinnen. Das ist ein Grund zum Feiern. Ein zweiter Grund ist, dass die NPD nicht in den Landtag einziehen wird." Dies sei ein großes Ergebnis für alle demokratischen Parteien.

Dass er als Direktkandidat in den Landtag einzieht, "damit habe ich nicht gerechnet", sagt FDP-Mann Ingo Sinast. Was das Abschneiden seiner Partei angeht, sieht er einen Trend gegen sie. "Die FDP hat gute Arbeit im Landtag geleistet, das wurde jedoch nicht honoriert. So ist die Partei auf der Strecke geblieben."

Wahlbeteiligung im Landestrend

Bei den Zweitstimmen entfielen im Wahlkreis 33,3 Prozent auf die CDU, 22,4 auf Die Linke und 20,8 auf die SPD. Die Freien Wähler erhalten immerhin sechs Prozent.

22 533 der 44 914 Wahlberechtigten im Wahlkreis 23 haben ihre Stimme abgegeben. Das war eine Wahlbeteiligung von 50,2 Prozent. Hier bestätigt sich der positive Landestrend. 2006 haben im Wahlkreis nur 45,6 Prozent gewählt.