Zerbst/Köthen (tdr). Der vom Kreistag Anhalt-Bitterfeld beschlossene Schulentwicklungsplan für die Berufsschullandschaft ist vom Landesverwaltungsamt Halle genehmigt worden. Der Plan sieht als Standorte das Berufsbildungszentrum in Bitterfeld und die Schule in Köthen vor.

Das Landesverwaltungsamt hat den Landkreis beauflagt, für Schüler von überregional zusammengesetzten Klassen Wohnheimplätze bereitzuhalten. Ferner sollten die Schulwege der im Kreisgebiet wohnenden Schüler zu den Berufsbildenden Schulen so gestaltet werden, dass die Schulen innerhalb des Tagespendlerbereiches zu erreichen sind. "Anderenfalls ist ein Wohnheimplatz anzubieten. Wenn für bestimmte Regionen des Kreises der Besuch des Bildungsganges in einem anderen Kreis innerhalb des Tagespendlerbereiches erfolgen kann, sollte mit dem benachbarten Schulträger eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen werden", zitierte Landrat Uwe Schulze am vorigen Donnerstag vor dem Kreistag aus den Auflagen des Landesverwaltungsamtes.

Ob hieraus konkrete Änderungen für die doch recht lange fahrenden Berufsschüler aus der Region Zerbst resultieren könnten, blieb vorerst offen.

Amt kann Standorte für Berufsbilder festlegen

Das Landesverwaltungsamt als obere Schulbehörde erklärte ferner, Bildungsgänge mit überregionalem Einzugsbereich einzurichten. Sofern dies erfolgt, entfällt die hierzu eventuell erteilte Genehmigung für den betreffenden Bildungsgang im Schulentwicklungsplan. Heißt: Sollte das Landesverwaltungsamt einen überregional beschulten Berufsbildungsgang selbst anderenorts zuweisen, könnte dies das Ende der Beschulung in diesem Bildungsgang an einer Anhalt-Bitterfelder Berufsschule bedeuten.

Jugendwohnheim mit 90 Plätzen in Wolfen

Landrat Schulze verwies auf das landkreiseigene Jugendwohnheim in Wolfen, wo 90 Plätze bestünden. Die damalige Entscheidung des Altkreises Bitterfeld, an dem Wohnheim festzuhalten, erweise sich "weiterhin als vorteilhaft". So konnte auch wegen der vorhandenen Wohnheimplätze die Landesfachklasse "Pharmakant" ab dem aktuellen Schuljahr im Berufsschulzentrum "August von Parseval" in Bitterfeld erstmals eröffnet werden. Bislang wurde dieser Beruf im Berufsschulzentrum Radebeul (Sachsen) gelehrt.

Schulze verwies auf eine weitere Festlegung des Landesverwaltungsamtes. Bildungsgänge, die gemeinschaftlich durch den Regionalverbund Anhalt für berufliche Bildung (welcher zwischen den Kreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg sowie der Stadt Dessau-Roßlau besteht), sind von der dem Landkreis erteilten Genehmigung des Schulentwicklungsplanes nicht erfasst. Diese Bildungsgänge würden vom Landesverwaltungsamt separat beschieden.