Knapp drei Wochen ist das 14. Fläming-Frühlingsfest in Zerbst Geschichte. Die neue Königin der Reiseregion, Ines Gärtner (39) aus Jüterbog, hat nach ihrer Krönung am 2. Mai durch Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) ihre Geschäfte aufgenommen. Was ist eigentlich aus der angekündigten DVD zum Fest geworden?, fragte ein Volksstimme-Leser. Angekündigt war sie. Erschienen ist sie noch nicht. Am 31. Mai soll es soweit sein.

Zerbst. "Die Aufgabe macht mir einen Riesenspaß", sagte Flämingkönigin Ines Gärtner gestern. Gerade war sie von einem ihrer Präsentiertermine gekommen – aus dem Rathaus ihrer Heimatstadt Jüterbog. Anfragen an die neue Königin, die am 2. Mai mit der Krönung in Zerbst ihre Vorgängerin Silvana Sens ablöste, gibt es zunehmend. In der Zeit der Feste in Städten und Dörfern, um Spargel, Burgen oder Mühlen gibt es Möglichkeiten zuhauf.

Nach dem großen Auftritt zu Beginn ihrer Amtszeit in Zerbst jedoch weniger aus der hiesigen Ecke. Ines Gärtner hofft, dass sich das noch ändern wird. Sie will ihr Motto, dass auch auf ihrer Internetseite steht, auch leben: ",Der Fläming ist nicht wie Asche, die langsam abkühlt, sondern wie ein Feuer, das immer mehr brennt.‘ Als Flämingkönigin möchte ich Botschafterin für die gesamte Reiseregion Fläming sein", so Gärtner.

Ein weiterer besonderer Höhepunkt in ihrer noch jungen, aber auf ein Jahr befristeten Karriere als Königin wird das Wochenende 19./20. Juni sein. Im thüringischen Heiligenstadt wird das 4. Deutsche Königinnentreffen stattfinden. Eine Woche zuvor wird Ines Gärtner, die in Familie und Firma große Rückendeckung hat, in Wittenberg sein und "Luthers Hochzeit" mitfeiern.

Für das 14. Fläming-Frühlingsfest hatte die Königin zusammen mit ihrem Lebensgefährten Steffen Kirsche jetzt noch einen Fototermin. Sie wirbt für eine DVD, auf der ein gut 70-minütiger Film das Fest am 2. Mai in bunten Bildern zusammenfasst.

Wie der Film ist, konnte sie noch nicht sagen. Er entsteht unter Zeitdruck im seit zwei Jahren bestehenden Anhaltischen Institut für Medien in Zerbst. Dahinter steht eine Gruppe Schüler um Julius Christoph Caesar und Christoph Hoffmann. Die Jugendmediengruppe hatte über das Organisationsbüro des Kreises die Vorbereitungen und das Fest begleitet und mit der Kamera festgehalten. "Das ist die bisher aufregendste und arbeitsaufwendigste Aufgabe für uns", so Christoph Hoffmann auf der Internetseite des Medieninstituts.

Am 17. Mai sollte die DVD erscheinen. Noch gibt es sie nicht. "Wir wissen von dem Projekt", erklärte gestern Johanna Lüdecke aus dem Amt für Wirtschaft und Tourismus im Kreis Anhalt-Bitterfeld, hielt sich ansonsten aber bedeckt. Der Kreis hat seine Öffentlichkeitsarbeit angesichts klammer Kassen auf Plakate, Flyer und öffentliche Auftritte, etwa Pressekonferenzen, beschränkt. Nicht jeder fand das prickelnd, wie es auch gelegentlich bei Mitveranstaltern etwa bei Spargelfestorganisatoren durchklang. Für die Produktion einer DVD war da schon gar kein Geld da. Andererseits hat man keine Verantwortung für ihre Herausgabe.

Die überlässt man der Jugendmediengruppe. "Christoph und seine Mitstreiter sind hochmotiviert, ich möchte gern helfen. Aber wie sie geworden ist, da bin ich ebenfalls sehr gespannt", sagt Flämingkönigin Ines Gärtner.

200 Stück umfasst die erste Auflage. Die Fest-DVD soll am 31. Mai auf den Markt kommen, versichert Christoph Julius Caesar. Er hofft, dass der Zusammenschnitt ankommen wird. "Einen ganzen Tag Frühlings- und Spargelfest in 70 Minuten unterzubringen, ist nicht einfach. Viele Höhepunkte werden zu sehen sein", verspricht er. 9,95 Euro soll die DVD kosten. Stimmt die Nachfrage, kann nachproduziert werden.

Kann sein, dass dann auch der Kreis zum Kunden wird. "Wir schauen uns den Film an", so Johanna Lüdecke, "und entscheiden dann".