Magdeburg. Ein weiterer Großmieter zieht in den Katharinenturm am Breiten Weg. Im ersten Obergeschoss des Hochhauses hat das bundesweit tätige Weiterbildungsunternehmen "alfatraining" einen Mietvertrag über 820 Quadratmeter abgeschlossen. Das teilte die Immobilienfirma Aengevelt mit. Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf hatte den neuen Mieter vermittelt.

Alfratraining ist nach eigener Auskunft bundesweit an mehr als 25 Standorten tätig und arbeitet unter anderen mit dem deutschen Software-Riesen SAP zusammen. "Bei dem Abschluss handelt es sich um eine Neuansiedelung in Magdeburg, verbunden mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze", sagte Thomas Glodek, Sprecher von Aengevelt. Das Bildungszentrum will noch in diesem Monat seinen Betrieb aufnehmen.

Vermieter des ehemaligen Hauses der Lehrer ist die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg. Der Elfgeschosser bietet Platz für 3200 Quadratmeter Büro, 1400 Quadratmeter Einzelhandels- und 450 Quadratmeter Wohnfläche. Für mehr als 18 Millionen Euro wurde der Turm, der nachts von 18 000 LED-Lampen erleuchtet wird, aufwendig saniert.

Mit der Supermarktkette Edeka war erst vor wenigen Wochen ein Nahversorger eingezogen. Unterdessen ist es für Aengevelt bereits die zweite erfolgreiche Vermittlung. Bereits im Frühjahr 2013 hatte das Unternehmen - ebenfalls im ersten Obergeschoss - einen Mietvertrag über 484 Quadratmeter an die Steuerberatungsgesellschaft "Ullrich Grimm" vermittelt. Die Gesellschaft war damals der erste Büronutzer der sanierten Liegenschaft. Auch dabei handelte es sich um eine Neuansiedelung in Magdeburg. "Die Vermittlungserfolge belegen die Attraktivität des Katharinenturm", sagte Aengevelt-Niederlassungsleiterin Annett Lorenz-Kürbis. Moderne Büroflächen und ein optimaler Standort in der Landeshauptstadt seien in dem Bauwerk vereint, so Lorenz-Kürbis weiter.

Doch bis zu diesem weiteren Etappensieg war es ein weiter Weg. Wobau-Geschäftsführer Heinrich Sonsalla erinnerte erst kürzlich daran, dass vor wenigen Jahren, als das kommunale Wohnungsunternehmen das Projekt anging, kaum jemand an eine Zukunft des Hauses glauben wollte. 18 Millionen Euro Kosten für die Sanierung riefen Kritiker auf den Plan. Auch immer neue Überraschungen und Auflagen waren ein Grund für die anfangs pessimistische Stimmung.

So mussten beispielsweise alle Etagen am Treppenturm in der Mitte "aufgehängt" werden. Aufgrund dieser Besonderheit war es nicht möglich, zwei neue Stockwerke aufzusetzen. Hinzu kamen marodes Mauerwerk und feuchte Keller. Auch die Brandschutzvorschriften haben sich im Laufe der Bauzeit so verschärft, dass teure und aufwendige Tests erforderlich wurden, Mieter erst später als geplant einziehen konnten. So wies Torsten Prusseit von der Wohnungsbaugesellschaft in einer Mitteilung zum neuen Mieter darauf hin, dass der Katharinenturm nun aber das "modernste und attraktivste Wohngebäude der Stadt" sei.