Magdeburg l Zwar bezeichnen in der jüngst veröffentlichten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer 51 Prozent der Magdeburger Handwerksunternehmen die Geschäftslage als gut - was hinter dem Jerichower Land den zweiten Platz im Kammerbezirk bedeutet. Dennoch geht die Zahl der Betriebe in Magdeburg zurück: Innerhalb eines halben Jahres von Ende 2012 bis Mitte 2013 ist die Zahl der Unternehmen in den verschiedenen Bereichen um 31 gesunken.

Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, sieht den Grund dafür vor allem in der demografischen Entwicklung: "Der Rückgang der Betriebszahlen ist zu einem Großteil dem Bevölkerungsrückgang geschuldet." Angesichts zwischenzeitlich steigender Einwohnerzahlen bleibt zumindest für die Landeshauptstadt die Hoffnung, dass diese Ursache künftig nicht zu einem weiteren Betriebssterben führt.

Der Hauptgeschäftsführer der Magdeburger Handwerkskammer sieht jedoch auch in der positiven wirtschaftlichen Entwicklung einen Rückgang für die Betriebszahlen. Im Gespräch mit der Volksstimme sagt er: "Hinzu kommt, dass auch die Arbeitsmarktsituation weiterhin günstig ist und in einigen Fällen vielleicht eine abhängige Beschäftigung der Selbstständigkeit vorgezogen wird."

Vor einem Jahr beurteilten 44 Prozent Lage als befriedigend

Mit Blick auf die Umfrage der Kammer vor einem Jahr - damals allerdings bezogen auf das Halbjahr zuvor - hatten noch wesentlich weniger Unternehmen im Handwerk ihre Situation als gut eingeschätzt: Für Magdeburg lag dieser Wert damals nur bei 44 Prozent. Der Aufschwung um sieben Prozent zum aktuellen 51-Prozent-Wert resultiert dabei aus einem Absinken des Anteils derer, die die Lage als befriedigend einschätzen: Dieser lag damals bei 44 statt jetzt bei 36 Prozent. Gleich geblieben ist derweil der Anteil von 13 Prozent unter den Handwerksunternehmen, die ihre Lage als schlecht charakterisieren. Mit diesem Wert liegen die Betriebe in der Landeshauptstadt nach wie vor im Mittelfeld im Vergleich mit den anderen Landkreisen, für die die Handwerkskammer Magdeburg zwischen Altmark und Harz zuständig ist.

Sudenburg, das östliche Stadtfeld und die Neue Neustadt sind die Magdeburger Handwerker-Hochburgen - dies geht aus einer Übesicht hervor, die die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr veröffentlicht hat. Eine eher untergeordnete Rolle spielen dabei Gewerbegebiete wie Industriehafen, Sülzegrund, Großer Silberberg und Gewerbegebiet Nord: Diese Stadtteile scheinen sich eher in den Bereichen von Industrie und Handel und damit mit Betrieben in der Zuständigkeit der Industrie- und Handwerkskammer etabliert zu haben.

Kfz-Techniker, Fotografen und Friseure verzeichnen Zuwachs

Was den Halbjahresvergleich der Magdeburger Stadtverwaltung angeht, so hatte es auf dem Gebiet der gesamten Stadt Rückgänge mit Betrieben mit der Berufsbezeichnung Mauerer- und Betonbauer (-7), Einbau genormter Baufertigteile (-10), Gebäudereiniger (-9) und Kosmetiker/Schönheitspfleger (-10) gegeben. Demgegenüber stand aber auch eine Zunahme von Betrieben in anderen Bereichen: Die Kraftfahrzeugtechniker hatten Mitte vergangenen Jahres drei Unternehmen mehr in ihren Reihen als ein halbes Jahr zuvor, die Fotografen brachten es auf einen Zuwachs von fünf und die Friseure von vier Unternehmen.