Magdeburg l Das landesweite Verkehrssicherheitsprojekt für 16- bis 26-Jährige werde auch in diesem Jahr von den Sponsoren fortgesetzt, hieß es am Mittwoch bei der Vertragsunterzeichnung in der Geschäftsstelle der Stadtsparkasse in Magdeburg.

120 Taxi-Unternehmen aus ganz Sachsen-Anhalt beteiligen sich an der Aktion, die unter anderem vom Innenministerium und dem Ostdeutschen Sparkassenverband finanziert wird. Junge Leute sparen mit dem Spezialticket die Hälfte des Fahrpreises.

Die Nachfrage nach den Taxi-Tickets war auch im vergangenen Jahr hoch: Allein 2250 wurden in der Sparkassen-Filiale am Alten Markt in Magdeburg verkauft. In ganz Sachsen-Anhalt waren es sogar 33 000 Stück. "Fifty-Fifty Ticket" heißt: Pro Ticket müssen die Jugendlichen 1,25 Euro zahlen - Taxi fahren können sie damit aber für den doppelten Wert, also 2,50 Euro. Den Differenzbetrag übernehmen die Sponsoren. "Uns ist es wichtig, möglichst viele Jugendliche zu erreichen, damit sie nach dem Discobesuch eine sichere Heimfahrt wählen", sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU). "Die Taxifahrer sind die guten Engel, die sie dann nach Hause bringen."

Zu diesen "Engeln" gehört auch Henrik Wolff. Der Taxi-Unternehmer hat von Anfang an bei dem Projekt mitgemacht und im letzten Jahr rund 1700 Taxi-Tickets angenommen. Die skann er monatlich abrechnen, das Geld wird ihm dann innerhalb von 14 Tagen überwiesen. Ein bürokratischer Aufwand, den er gerne auf sich nimmt. "Ich habe selbst einen 24-jährigen Sohn, der die Tickets regelmäßig nutzt. So kann man als Vater beruhigt schlafen, wenn das Kind nachts unterwegs ist."

Und das war auch der Sinn der Sache, als die Aktion zur Verkehrssicherheit 2000 ins Leben gerufen wurde. Seitdem sind landesweit 558 000 Taxi-Tickets verkauft worden.

"2013 ging die Zahl der Verunglückten in dieser Altersgruppe um fast zwölf Prozent zurück. Ich bin mir sicher, dass diese Entwicklung auch auf ,Fifty-Fifty`-Taxi zurückzuführen ist", erklärte Stahlknecht. Trotzdem ist diese Altersgruppe mit einer Zahl von 1584 Verunglückten 2013 immer noch überproportional hoch an Verkehrsunfällen beteiligt.

Ein wichtiger Grund die Aktion "Fifty-Fifty-Taxi" fortzuführen. "Unfälle wie Ende Januar an der Ernst-Reuter-Allee zeigen, wie gefährlich Alkohol am Steuer ist", erzählt Mario Großmann vom Malteser Hilfsdienst. Eine junge Fahrerin war mit 2,5 Promille in eine Straßenbahn-Haltestelle gerast. "Die jungen Menschen unterschätzen die Situation und werden übermütig."

Um dem vorzubeugen, stellen die Sponsoren des Projekts 70 000 Euro zur Verfügung, das sind rund 28 000 Tickets für eine sichere Heimfahrt.