Magdeburg l Das in Russland geplante Trainingsprogramm sei um Elemente erweitert worden, die Heike Düsterhöft bereits bei ihrer ersten Trainingseinheit im holländischen Airspace-Trainingszentrum Soesterberg absolviert hat. Dort flog sie in einem Kampfjet mit und musste bis zu 5-G-Kräfte (G-Kraft ist die Kraft, die durch die Beschleunigung auf den Körper einwirkt) aushalten. Zudem habe sie in einem Simulator schon einmal in der Schwerelosigkeit schweben können. Diese Trainingseinheiten solle sie nicht noch einmal machen - eine Kostenfrage für den Sponsor My Days. So lautete zumindest die Information, die sie bekommen habe.

Ob die derzeitig angespannte Situation im Zuge der Krim-Krise dabei auch eine Rolle spiele, wagte sie nicht zu sagen. Der Parabel-, ein sogenannter Zero-G-Flug, der Ende April starten sollte, ist jedenfalls abgesagt. Und derzeit werde nach einer Alternative geschaut, habe man ihr gesagt. In Frage kämen Frankreich oder erneut Holland. Ein wenig Enttäuschung schwang bei der 50-Jährigen über die Verzögerungen mit.

Sie passt in eine ganze Serie von Niederschlägen der vergangenen Monate. Im Dezember brannten die Büro-Räume ihrer Kfz-Werkstatt. "Ich war am Boden, ich habe drei Tage lang nur Ruß gesaugt." Kurze Zeit später der nächste Rückschlag, ihr Vater verstarb. Hinzu kommen Streitigkeiten über den Weltraumflug, die vor Gericht landen.

Streit mit Geschäftspartner um Gewinn noch nicht entschieden


Die Reise ins All habe ihr damaliger Geschäftspartner in einer Fastfoodkette gewonnen. Dieser trat in einem Deal den Gewinn an Heike Düsterhöft ab. Als er jedoch bemerkte, dass der Weltraumflug bei weitem mehr wert ist, als er bekommen hatte, hielt er erneut die Hand auf beziehungsweise forderte den Gewinn zurück. Heike Düsterhöft zeigt sich jedoch nicht bereit dazu.

So sollte die Sache in einem Mediationsverfahren geklärt werden. Dieses scheiterte jedoch: "Wir hatten einen Deal und ich habe meine Seite der Absprache erfüllt. Ich fühle mich einfach im Recht", erklärt Heike Düsterhöft. Nun sei sie selbst gespannt, wie es weitergeht. Seit drei Monaten habe sie jedenfalls nichts mehr von ihrem einstigen Geschäftspartner gehört.

All die Ereignisse der vergangenen Monate - Brand, Tod, Streit - haben an den Kräften der Unternehmerin gezehrt, so dass sie sich erst mal eine Auszeit nehmen musste und sich für ein paar Wochen zurückzog. Jetzt habe sie jedoch wieder etwas Kraft getankt, um alles in Angriff zu nehmen. Dazu gehöre vor allem wieder jede Menge Sport. Denn bereits bei ihrem ersten Training wurde klar: "Man muss wirklich top-fit sein." Im Düsenjet habe sie permanent die Beinmuskulatur anspannen müssen, um den Druck auszugleichen. "Der ganze Körper hat gekribbelt. Ich konnte kaum noch meinen Kopf halten und bin fast ohnmächtig geworden", erinnert sie sich.

Zweifel habe sie dennoch nicht. Zwar habe sie für den Fall der Fälle beim Notar alle Vorkehrungen getroffen, doch der Blick auf die Erde aus 100 Kilometer Höhe sei eine so atemberaubende Vorstellung, dass sie Bedenken bisher erfolgreich verdrängen konnte. Geplant ist der Flug übrigens für Herbst dieses Jahres. Einen konkreten Termin gebe es noch nicht.