Magdeburg l Vorne an der Tafel stehen und mit jungen Menschen arbeiten - das wollten Jana und Ronny schon immer machen. "Das Fach Technik ist viel praktischer als zum Beispiel Mathe oder Deutsch. Die Schüler können sich ausprobieren und haben am Ende ein Produkt in der Hand", sagt die angehende Lehrerin. Die beiden befinden sich im Prüfungsjahr ihres Lehramtsstudiums. Nach 20 Jahren führte die Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg wieder die Techniklehre als Studiengang ein. Durch die Kooperation mit vier Schulen aus der Region, können die Studenten während ihres Praxissemesters erste Erfahrungen mit Schülern sammeln.

Jana und Ronny haben in den Klassen sechs bis neun der Sekundarschule Oskar Linke unterrichtet. "Jeder Tag ist anders. Der Beruf ist sehr abwechslungsreich", erzählt Ronny. Auch die Themen ändern sich ständig. Durch den stetigen technischen Fortschritt, müssen sich die Studenten immer wieder fortbilden und ihren Unterricht anpassen. "Man rostet nie ein und steht oft vor der Herausforderung, den Schülern die neuesten Entwicklungen der Technik möglichst verständlich nahe zu bringen", erklärt Karsten Krüger, Techniklehrer an der Oskar-Linke-Schule und Mentor der beiden Studenten.

Er brachte Jana und Ronny auf die Idee, mit zwei Schülern am Regionalwettbewerb "Jugend forscht" Ende Februar in Stendal teilzunehmen. In kompletter Eigenregie betreuten die zwei Lehramtstudenten ein halbes Jahr lang das Projekt. Zusammen mit den Schülern Vivienne Schubuth und Moritz Machner aus der zehnten und siebten Klasse arbeiteten sie an der Verbesserung eines 3D-Druckers. Das Ziel: Die Oberfläche des gedruckten Produkts sollte möglichst glatt werden. Als Beispiel diente ein Schlüsselanhänger. Zusätzlich halfen die Magdeburger den Schülern dabei, eine wissenschaftliche Arbeit über den 3D-Drucker zu verfassen, ein Plakat zu erstellen und den Stand für den Wettbewerb zu planen. Bei den Vorbereitungen musste das Team einige Tiefschläge einstecken. "Kurz vor dem Wettbewerb ging der Temperatursensor vom Drucker kaputt", erzählt Ronny. Trotzdem blieben ihre Schüler immer am Ball und belegten am Ende sogar den dritten Platz. "Wir waren sehr stolz, dass Vivienne und Moritz es so weit gebracht haben. So ein Erfolgserlebnis motiviert uns diesen Beruf zu machen", sagt Jana.

Auch letzte Woche beim RoboCup-Qualifikationsturnier in Hannover war Jana mit ihren Schülern erfolgreich. Das Team hat sich im Bereich "Dance" für die Deutschen Meisterschaften im April qualifiziert. "Jana und Ronny haben in ihrem Praxissemester enorme Leistungen gebracht und die Schüler super gefördert", meint Krüger. "Solche Lehrer brauchen wir an unseren Schulen!"