Magdeburg l Die paar Monate im vergangenen Jahr gehen als Testbetrieb durch - für dieses Jahr sind allerdings all jene, die für den Erhalt des Schiffshebewerks aus dem Jahr 1938 gekämpft haben, guter Dinge: Der Start in die erste komplette Saison der alten Dame ab 27. April soll sich zum Start in einen zweiten Frühling entwickeln. Denn der Schiffsfahrstuhl, der ursprünglich einbetoniert und unwiederbringlich stillgelegt werden sollte, hat das Potenzial zur Touristenattraktion.

Wie Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche im Gespräch mit der Volksstimme berichtet, wird derzeit an einer Druckvorlage - sprich an einem Beschluss - für den Stadtrat gearbeitet. "Wir hatten bereits darüber informiert, wie mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen das gesamte Wasserstraßenkreuz touristisch besser erschlossen werden kann", so Rainer Nitsche.

Gerd Grensemann ist im Dezernat für Tourismus zuständig und erläutert: "Zu den schnell und ohne große Kosten umzusetzenden Vorhaben gehört beispielsweise eine bessere Ausschilderung." Zudem soll die Auffindbarkeit des Wasserstraßenkreuzes und damit des Schiffshebewerks im Internet verbessert werden, und es soll gezielt auf Tourismusmessen mit diesem Magdeburger Alleinstellungsmerkmal geworben werden. Zur besseren Vermarktung gehört auch ein neues Hinweisschild auf die touristische Attraktion auf der Autobahn A2, die in der Nähe die Elbe überquert und von der Wasserstraßenkreuz und Schiffshebewerk über die Abfahrt Magdeburg-Rothensee gut zu erreichen sind.

Eher langfristiger Natur ist der Plan, ein Ausstellungszentrum aufzubauen. Rainer Nitsche spricht von einer Fläche von mindestens 300 Quadratmetern und einem Konzept, das einen Aufenthalt von mindestens einer Stunde ermöglicht. Neben der Technik soll es auch um die Schifffahrt, um Umweltschutz an und auf der Elbe und um Hochwasser gehen. Die Stadt setzt darauf, für dieses Besucherzentrum auch den Bund mit ins Boot zu bekommen.

Betriebsleiter Marcel Bremer hat die Technik und den Tagesbetrieb im Blick. Er sagt: "Eventuell werden wir in diesem Jahr ohne einen erneuerten Korrosionsschutz in die Saison starten müssen - aber das wird keine gravierenden Folgen haben." An größeren Arbeiten stehen für die nächste Zukunft noch die Prüfung eines Stahlseils und die Erneuerung von der Treppe in die Tiefe des Schiffsfahrstuhls und des Randabschlusses der Trogkammer. "Und ansonsten natürlich die laufenden kleineren Instandhaltungen samt Rostschutz und Farbgebung", sagt der Betriebsleiter des Schiffshebewerks. Ganz nebenbei müssen er und seine Kollegen den Betrieb absichern. Der ist ausgeweitet worden auf dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr mit der letzten Hebung um 17.30 Uhr sowie auf Nachfrage. Marcel Bremer ist optimistisch, dass das Angebot ankommt: "Bereits jetzt haben sich zwei große Bootsgruppen angekündigt. Wenn der Trog mit Sportbooten gefüllt ist, wird das sicher ein schönes Bild abgeben."

An der Freude der Wassersportler und Fahrgastschiffer sollte auch keinen Abbruch tun, dass künftig statt Spenden für die Fahrten verbindliche Preise - gestaffelt nach den Arten der Wasserfahrzeuge - genommen werden sollen. Einzelheiten dazu sind aber noch offen.

Was übrigens den Start in die neue Saison angeht: Nach dem Verkehrschaos zur Eröffnung im vergangenen Jahr gelobt die Verwaltung Besserung. Zur Eröffnung am Sonntag, 27. April, sollen umfangreichere Absperrungen und strengere Kontrollen dafür sorgen, dass die Zubringerbusse durchkommen. Vor diesem Hintergrund der Appell von Rainer Nitsche: "Nutzen Sie den Bus. In der Umgebung des Schiffshebewerks ist die Zahl der Parkplätze sehr begrenzt."