Güntersberge l Die Sudenburger Schule hat den Besuch des Kinder- und Erholungszentrums "KiEZ" im Harz als Schulfahrt organisiert, an der sich 140 Jungen und Mädchen der Grundschule beteiligen. In Güntersberge treffen die Magdeburger auf Schüler aus Tworkow (Polen) und Rovaniemi (Finnland) sowie Lehrer Edwin Frotschnig aus Lavant (Österreich) - lediglich eine Gruppe aus Torrent (Spanien) als fünfter Teilnehmer des Comenius-Projektes konnte dem Höhepunkt des internationalen Austausches, einer gemeinsamen Begegnungswoche, nicht beiwohnen.

Gegenseitige Besuche

Von Berührungsängsten im Freizeitdorf ist keine Spur: Gemeinsam wohnen die Kinder in Hütten für mehrere Personen und lernen sich mit Hilfe von Spielen kennen. Während des Projektes kam es bereits zu gegenseitigen Besuchen. So trat eine Sudenburger Gruppe die Reise zum Polarkreis an und fuhr vor wenigen Wochen zu den polnischen Partnern. "Dabei haben sich schnell Freundschaften gebildet, so dass der Abschied vielen Kindern sehr schwer fiel", sagt Danuta Janoch, Lehrerin der Szkola Podstawowa Tworkowie. Sechs Schüler aus Polen nutzen die Woche in Güntersberge, um ihre deutschen Freunde wiederzutreffen und sich mit den finnischen Schülern auszutauschen. "Dabei stellt man viele Gemeinsamkeiten fest, wie das Interesse für Musik, und redet über die Unterschiede, beispielsweise in der Schule", so Schülerin Marta Burszyk.

Die Sportart Floorball ist das verbindende Element des Comenius-Projektes: Die Sudenburger Schule und die finnische Einrichtung betreiben seit Jahren den mit dem Status "Randsportart" versehenen Mannschaftssport. Ihre Erfahrungen geben die Schüler und Lehrer an die Teilnehmer aus Polen, Österreich und Spanien weiter. "Für mich ist interessant zu erfahren, wie Kinder dafür begeistert und wie sie gefördert werden können", so Edwin Frotschnig. Die Schule in Osttirol umfasse 27 Kinder, die in den Klassenstufen 1 und 2 sowie 3 und 4 gemeinsam unterrichtet werden, gibt der Lehrer einen Einblick in das Schulsystem. Innerhalb eines Lehreraustausches mit seinen internationalen Kollegen berichtete er vom Schulalltag in Österreich.

Fortsetzung ist geplant

Von Langeweile keine Spur im Camp: Die Tage sind mit einem abwechslungsreichen Programm wie dem Besuch von Quedlinburg versehen und gespickt mit Aktivitäten, welche die Schüler, die sich auf Deutsch und Englisch verständigen, einander näherbringt. Lockte am Montag eine Disco die Kinder auf die Tanzfläche, stehen am nächsten Vormittag Sportspiele sowie Bastelstunden an. "Dabei kommen auch die Schüler mit den internationalen Gästen in Kontakt, die nicht an den bisherigen Besuchen in Finnland und Polen beteiligt waren", so Lehrerin Kerstin Gergla. Sie organisiert das Comenius-Projekt an der Sudenburger Grundschule. Es biete den Schülern die Möglichkeit, andere Länder kennenzulernen und offen miteinander umzugehen sowie durch den Kontakt zu anderssprachigen Schülern das eigene Selbstbewusstsein zu stärken, so die Pädagogin.

Das Comenius-Projekt läuft zwar mit der Begegnungswoche in Güntersberge aus, doch dies soll nicht das Ende des gegenseitigen Kennenlernens bedeuten. Man wolle ein weiteres Projekt starten, um die Verbindung aufrechtzuerhalten, so Kerstin Gergla. "Schon jetzt zeichnet sich ab, dass durch das Projekt viele Freundschaften unter den Schülern entstanden sind. Damit ist das Projekt bereits ein Erfolg", sagt Mario Vollack, Direktor der Grundschule "Amsdorfstraße".

 

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