Magdeburg l "Diapason" steht noch in großen Lettern an der Fassade des markanten Baus gegenüber dem Kulturhistorischen Museum. Hinter der Glastür lehnt noch ein Schild "Wegen technischer Probleme vorübergehend geschlossen". Doch aus dem vorübergehend wurde längst ein dauerhaft. So schnell wie es gekommen war, war das Lokal, das neues Leben in das Baudenkmal bringen sollte, wieder verschwunden. Die Mischung aus Bar, Pub und Restaurant mit russischer Note traf offenbar nicht den kulinarischen Nerv der Magdeburger.

Seitdem steht das Objekt seit über einem Jahr wieder leer. Dabei hatte es die Eigentümerin, die Berliner TLG Immobilen GmbH, erst kurz zuvor für knapp 2 Millionen Euro sanieren lassen. Ganz zum Fenster rausgeworfen wurde das Geld aber nicht, gleich nebenan versorgt ein "Netto"-Markt die Anwohner. Nur das vordere Gebäude in exponierter Lage wartet auf einen Nachmieter.

Hautarzt würde Praxis und Kosmetikstudio einrichten

Dabei gibt es durchaus Interessenten, die aber offenbar nicht bis zur TLG durchdringen konnten. Ein Magdeburger Hautarzt würde sich das Objekt gerne einmal von innen ansehen, wie er der Volksstimme sagt. Er würde im Erdgeschoss ein Kosmetikstudio vorsehen und im oberen Bereich Büro- und Praxisräume, entsprechende Umbauten würde er gerne vornehmen. "Ich würde es sogar kaufen", sagt der Mediziner. Doch alleine am Kontakt haperte es bislang.

Auch die Volksstimme konnte die zuständige Mitarbeiterin gestern nicht erreichen, sie ist derzeit im Urlaub. Unternehmenssprecherin Sabine Pentrop bestätigte nur, dass die TLG weiterhin nach einem Nachmieter sucht. Allerdings sollte der vorrangig wieder aus dem Gastronomiebereich kommen.

In ihrem Exposé wirbt die TLG für das zweigeschossige Objekt mit 143 Sitzplätzen mit einem Gastraum, "dessen Eleganz durch edle schwarze Bodenfliesen unterstrichen wird". Mietpreis? Nur auf Anfrage.

Vor der Wende wurden in der Ifa-Kaufhalle heiß begehrte Ersatzteile für Trabi und Co. gehandelt, danach versuchte sich u.a. ein "Kaufhaus des Ostens" mit gebrauchten Möbeln.

Baudenkmal in der Tradition des Neuen Bauens

2010 wurde das Gebäude als ein Beispiel des Pavillonbaus zu DDR-Zeiten zum Baudenkmal erklärt. Es handele sich um einen "bemerkenswerten Funktionsbau der 1960er Jahre in der Tradition des Neuen Bauens und als Zeugnis der Architekturentwicklung in der DDR", hieß es zur Begründung.

Das Stadtplanungsamt machte damals keinen Hehl daraus, dass man lieber einen Abriss und danach eine straßenbegleitende Neubebauung gesehen hätte.