Magdeburg (kt) l Wer einmal ein Otto war, der bleibt es oft - mit Leib und Seele, auch wenn er seiner Heimatstadt für eine gewisse Zeit den Rücken kehrt. In der Serie von Volksstimme und Stadtmarketingverein Pro M erzählen Magdeburger, warum sie zurückgekommen sind. Heute: Lena Wenke.

"Während meiner Zeit in Stuttgart ist in Magdeburg das Hundertwasserhaus entstanden und als ich 2008 wiederkam, war ich total überrascht. Da standen die ersten Touristen, die ich je in Magdeburg getroffen habe, und ich bin zu jedem hin, der eine Karte in der Hand hatte, und habe gefragt: ,Kann ich helfen, ich kenne mich hier aus.` Das war eine ganz tolle Erfahrung", erinnert sich Lena Wenke strahlend.

Die gebürtige Magdeburgerin findet es toll, dass ihre Heimatstadt jetzt viel lebendiger ist als noch vor 10 Jahren. "Die Stadt ist vor allem baulich viel interessanter und offener geworden, zusammen mit ihren Menschen", findet sie.

Im Alter von neun Jahren entdeckte Lena Wenke ihre Liebe zum Tanz und nahm Unterricht in einer der ersten Tanzschulen in Magdeburg. Ihre Lehrerin förderte das junge Mädchen, nahm sie bereits mit 16 zu verschiedenen Workshops in anderen Städten mit und ermutigte sie dazu, ihre eigenen Schüler zu unterrichten. Nach dem Abitur war daher schnell klar: Sie wollte Tänzerin werden. Aber bitte keine Primaballerina! "Ich habe schnell gemerkt, dass ich nicht die klassische Tänzerin auf der Bühne bin. Ich wollte eigene Sachen entwickeln, die dann umgesetzt werden." Ein Jahr leitete sie die Tanzschule ihrer erkrankten Lehrerin, dann entschied sie sich, eine Tanzleiterausbildung im thüringischen Rudolstadt zu machen. Nebenher unterrichtete sie weiterhin in Magdeburg. Doch die ehrgeizige Lena Wenke wollte mehr. Also zog es sie mehrere Jahre ins Ausland.

In Spanien, Paris und New York sammelte sie wertvolle tänzerische Erfahrungen, reiste drei Monate durch Südamerika. Zurück in Deutschland verbrachte sie drei Jahre in Stuttgart, lebte und arbeitete dort, initiierte viele Tanzprojekte. "Als ich dann zurück nach Magdeburg kam, dachte ich eigentlich, das wird eine Zwischenstation. Ich hatte ein Jobangebot in Australien in der Tasche." Aber das Leben geht seine eigenen Wege.

"Ich lernte den Mann meines Lebens kennen und bekam ein Angebot von der hiesigen Theaterballettschule. Außerdem hatte sich ja die Stadt so positiv entwickelt", führt die Tanzpädagogin die Gründe für ihr Bleiben auf. Und noch etwas war für Lena Wenke ausschlaggebend: die Tanzszene in Magdeburg steckte noch in den Kinderschuhen und sie wollte dazu beitragen, diese weiter auszubauen und vielfältiger zu gestalten. Vor allem in den Bereichen zeitgenössischer Tanz und Improvisation. Also blieb sie.

Auch wenn sich im kulturellen Bereich hier schon viel getan habe, müsse man aufhören so viel zu reden, sich selbst weniger wichtig nehmen und zugleich aktiver werden, findet Lena Wenke. Mit der Theaterballettschule hat sie schon viele Projekte umgesetzt. Sie liebt ihren Job und die Stadt: "Meine Basis ist und bleibt Magdeburg."

Morgen: Axel und Josephin Borchers

Alle Porträts auch unter: www.stadtmarketing-magdeburg.de