Magdeburg l Mikado zwischen der Albert-Vater-Straße und Abfahrt Pfahlberg: Auf dem aktuellen Bauabschnitt in Richtung Norden werden im Moment bereits andere Lichtmasten gesetzt - Vorboten einer neuen Zeitrechnung auf dem Ring. Fast 13 Jahre lang blieben die Fahrbahnen der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung nachts zappenduster. Künftig sollen die Straßenlampen nach Einbruch der Dunkelheit wieder leuchten. Die Nachricht, von OB Lutz Trümper Ende August verkündet (Volksstimme berichtete), sorgte weithin für Zustimmung. Für die Magdeburger sei dies von großer Bedeutung, stellte er wenig überraschend fest. "Auch die Wahrnehmung der Landeshauptstadt von Besuchern und Durchreisenden soll mit der Inbetriebnahme von LED-Leuchten positiv beeinflusst werden", erklärte der OB mit fast feierlichem Unterton. Was er in der Mitteilung unterschlug, war eine Aussage zu den Kosten für Investition (also Tausch von Lichtmasten und Leuchtmitteln) sowie den Unterhalt. Darüber stolperte nicht nur die Volksstimme, sondern auch Linke-Stadtrat Oliver Müller. In einer Anfrage an die Verwaltung fordert er nun Aufklärung auch zu der Frage, ob der Einsatz der LED technologisch überhaupt sinnvoll sei, da die vorhandenen Natriumdampf-Hochdrucklampen ebenfalls als "relativ energieeffizient" eingestuft würden. So ist es z. B. im Energie- und Klimaschutzprogramm der Stadt Magdeburg 2013-2015 zu lesen.

"Spätestens in 12 Jahren"

Genau dieses 2013 vom Stadtrat beschlossene Programm zieht aber auch Rathauschef Lutz Trümper als Argument für seine Entscheidung zur Umrüstung der Ringbeleuchtung heran. Dort heißt es wiederum, der Anteil von LED-Leuchten am Gesamtbestand der Stadt sei noch "sehr gering" und solle "weiter ausgebaut werden" (Seite 18). Genau das macht die Stadt jetzt. Allein auf dem Ring ließen sich mit der LED-Technologie jährlich 41 Tonnen CO2 einsparen. Das sei ein wichtiger Schritt zum Erreichen des langfristigen Klimaziels der Stadt. Sie will bis 2050 den Ausstoß klimaschädlicher Gase auf 3,2 Tonnen pro Einwohner und Jahr senken, also auf etwa nur noch die Hälfte.

Doch zurück zu den Ring-Lampen. Auf die von der Redaktion gestellten Fragen gab das Rathaus folgende Auskünfte:

l1. Was kostet die Umrüstung auf LED-Beleuchtung am Ring? Woher kommt das Geld?

Für den gesamten Ring werden die Kosten auf rund 430000 Euro geschätzt. Bei der jetzigen Umrüstung im Nordabschnitt erhält die Stadt rund 80 Prozent Fördergelder. Die Verwaltung kann allerdings noch nicht sagen, wie viel Förderung es für die anderen Abschnitte gibt - die Anträge werden jetzt erst gestellt. Meist müssen nur die Leuchten getauscht werden, heißt es. Maste und Kabel können bestehen bleiben. Lediglich im derzeitigen Ausbaubereich ist auf Grund verbindlicher Vorschriften sowie wegen des vorhandenen Zustandes sowie teilweise zu geringer Sicherheitsabstände ein Neubau bzw. Versetzen der Masten notwendig.

l2. Inwiefern ist die Umrüstung der Natriumdampf-Hochdrucklampen (Na-Lampen) auf LED für die Stadt wirtschaftlich?

Die Stadt spart rund 41 Tonnen CO2 pro Jahr, weil der Energieverbrauch des Gesamtsystems bei LED-Leuchten um rund ein Drittel niedriger als bei Leuchten mit Na-Lampen ist.

l3. Welche Kosten entstünden mit dem Betrieb der Natriumhochdrucklampen jährlich?

Die Stromkosten lägen nach aktuellem Energiepreis bei rund 112000 Euro jährlich (plus rund 2000 Euro jährliche Prüfkosten). Die LED-Beleuchtung bringt eine Einsparung von 36000 Euro.

l4. Stimmt es, dass Natriumdampf-Hochdrucklampen in der Lichtausbeute je Watt mit LED-Lampen identisch sind und sich zudem durch einen geringeren Anschaffungspreis und höhere Wartungsfreundlichkeit auszeichnen?

Motiv der Entscheidung für den Einsatz von LED-Leuchten ist die C02-Einsparung! Ansonsten haben Na-Lampen aktuell die gleiche Lichtausbeute wie LED. Es stimmt auch, dass Leuchten mit Na-Lampen in der Anschaffung günstiger sind. Wartungsfreundlicher und effizienter sind jedoch LED-Leuchten. Während es bei Na-Lampen Leistungsstufen gibt, ist es bei LED möglich, den benötigten Lichtstrom exakt einzustellen. Weiterer Vorteil der LED: Das Licht wird gezielt nach unten abgestrahlt, während Na-Lampen ihr Licht in alle Richtungen abgeben. Die Lichtlenkung hat zudem starke "Verluste". Auch ist die Verfälschung der Objektfarben bei LED wesentlich geringer als bei Na-Lampen. Sehr auffällig ist das bei den Farben Grün und Blau. Dadurch ist die Umfelderkennung wesentlich besser.

l5. Wann hat sich die Anschaffung der LED-Beleuchtung für den Ring amortisiert?

Das hängt von der Förderquote ab. Wird die weitere Umrüstung so wie derzeit im Nordabschnitt gefördert, hat sich das Vorhaben nach knapp 2,5 Jahren amortisiert. Falls keine Fördergelder fließen, würde es sich nach spätestens zwölf Jahren rechnen.

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