Magdeburg l "In dieser Woche baue ich mit Schülern wieder komische Räder", schrieb Reinhard Nickel an die Redaktion und weckte damit das Reporterinteresse. Komische Räder? Die will man sehen. Und wirklich drehen dieser Tage auf dem Schulhof des Norbertusgymnasiums in der Neuen Neustadt allerlei merkwürdig aussehende Gefährte mit ein, zwei oder drei Rädern ihre Runden.

Der nach eigenem Bekunden "fahrradverrückte" Mathe- und Physiklehrer bot erstmals vor zwei Jahren die ungewöhnliche Werkstatt in der Schulprojektwoche an und stieß dabei auf begeisterte Schüler.

Eine japanische Gastschülerin fuhr einst als Hobby Einrad und ließ es bei ihrer Rückkehr in die Heimat bei ihm zurück. Weil er selbst damit nicht fahren konnte, schraubte er ein Stützrad an. Auch ein Hochrad nennt Reinhard Nickel sein eigen. "Damit bin ich heute zur Schule gefahren", sagt er.

Gemeinsam mit Schülern bastelt er nun also zum Beispiel aus alten Rollstühlen große Dreiräder für Fahrer und zwei Beifahrer. Aus den Rädern ausgedienter Inline-Skater und etwas Holz haben sie in dieser Woche bereits kleine Anhänger hergestellt, die in einer Reihe von einem Rad gezogen werden.

Sarah Maria Paul dreht auf einem 36-Zoll-Einrad ihre Runden. Durch ihren Grundschullehrer konnte sie bereits zuvor Einrad fahren und hat drei eigene zu Hause. Für Juliette, Eva und Lilly war die Fahrrad-Werkstatt die erste Wahl für die Projektwoche. Eine Freundin hatte im vergangenen Jahr mitgemacht und total geschwärmt, erzählen sie. "Das Handwerkliche macht Spaß", sagt Juliette.

Auch Reinhard Nickel freut sich: "Wenn es den Schülern Spaß macht, macht es auch mir Spaß." Nur für die Projektwoche im kommenden Schuljahr macht er sich bereits Gedanken. Er wird nämlich in den Ruhestand gehen und sucht einen bastelbegeisterten Nachfolger in den Reihen der Lehrer.

   

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