Beyendorf-Sohlen l Ratlosigkeit herrscht am Mittwochabend bei den Eltern der B-Jugend des Beyendorfer Sportvereines. Wie können sie es schaffen, dass Trainer Ingo Löhr dem Verein und vor allem der Jugend dauerhaft erhalten bleibt? Eine Frage, auf die es beim Krisengipfel keine Antwort gibt. Tatenlos wollen die Eltern dennoch nicht bleiben. Sie starten eine Unterschriftenaktion, mit der sie auf das Engagement von Ingo Löhr hinweisen wollen.

Ingo Löhr sagt: "Ich möchte gern bleiben."

Aber von Anfang: Durch seine Mitarbeit beim Also-Projekt, mit dem Jugendliche ohne Zugehörigkeit zu Vereinen für Sport begeistert werden sollen, wurde Ingo Löhr vor drei Jahren als Bürgerarbeiter über die gemeinnützige Gesellschaft für Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung, kurz AQB, eingestellt. Die AQB entsandte ihn zum Sportverein Beyendorf. Dort war Ingo Löhr für die Pflege der Sporteinrichtungen zuständig und trainierte den Vereinsnachwuchs. Inzwischen kommen insgesamt 50 Kinder und Jugendliche regelmäßig zum Training. Doch zum 31. Oktober läuft die Maßnahme aus. Ingo Löhr sagt: "Ich möchte gerne bleiben." Und auch die Eltern wollen nicht, dass der Trainer geht. Rein theoretisch ist das auch kein Problem - zumindest so lange, wie Ingo Löhr nicht in eine andere Maßnahme gerät. Die Zeit scheint das größte Problem zu sein. Löhr befürchtet, dass er in einer anderen Maßnahme nicht so flexibel arbeiten kann, dass er Zeit fürs Training mit den Kindern und Jugendlichen hat.

Die Hoffnung Löhrs und auch der Eltern ist, dass er als Ein-Euro-Jobber weiter für den Verein arbeiten darf. Ab dem 3. November soll eine entsprechende Stelle geschaffen werden. Doch laut Ingo Löhr habe er vom Jobcenter bereits eine Absage erhalten. Die Eltern können das nicht verstehen. "Wieso sollte jemand aufhören, mit dem es gut läuft?", lautet die Frage, die sie sich stellen.

Vom Jobcenter gibt es dazu eine klare Aussage: "Die Besetzung solcher Maßnahmen ist Teil der täglichen Vermittlungsarbeit im Jobcenter", schreibt Geschäftsführer Bernd Müller. Dabei werde eine langfristige Strategie verfolgt, an deren Ende eine Beschäftigungsaufnahme stehen soll. "Deshalb ist es meist nicht sinnvoll, wenn Teilnehmer mehrfach Maßnahmen gleicher Zielsetzungen hintereinander absolvieren", heißt es weiter.

Auch der Stadt Magdeburg scheinen die Hände gebunden. Anträge ans Jobcenter für eine Folgemaßnahme seien gestellt, aber noch nicht bewilligt, auch Vorstellungen habe es noch nicht gegeben, informierte der Zweite Stadt-Pressesprecher, Michael Reif.

Ingo Löhr baut inzwischen schon Überstunden ab. Und am 31. Oktober ist auch ganz offiziell Schluss. Die Eltern wollen sich nun an den Oberbürgermeister, das Jobcenter, aber auch an die Sportbünde und das Bundesministerium für Soziales und Arbeit wenden, um am Ende vielleicht doch noch zum Erfolg zu kommen. Sogar die Idee, dass die Eltern zusammenlegen, um eine Stelle für den Trainer zu finanzieren, stand am Mittwoch im Raum. Eigentlich, da sind sie sich einig, müssten aber die Sportverbände solches Engagement fördern. Die Vereine jedenfalls könnten es nicht.