Werder l Seit Ende September stehen die Gärten in der Oststraße leer. Die Gartenfreunde haben ihre Anlagen unfreiwillig für den Abrissbagger freigegeben und ihre Lauben ausgeräumt. Für den Hochwasserschutz musste die Sparte geräumt werden.

Im Sommer leuchteten die Dahlien noch prächtig, die Rosen dufteten verführerisch, sogar zarte Primeln reckten ihre Blüten im Sommer noch einmal empor, der Rasen getrimmt. Heute blühen Brennnesseln, kurzum Unkraut aller Art und ohne Unterlass. Mülltüten, ein alter Kühlschrank und Gartenstühle ergänzen das Panorama. Nur bei wenigen Gärten erkennt man noch, dass hier vor ein paar Monaten noch Menschen ihre Freizeit verbracht haben.

Bereits in der jüngsten Sitzung der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Werder machten einige Anwohner ihrem Ärger Luft.Bis zum Bau der Hochwasserschutzmauer in der Oststraße könne das Gelände nicht einfach brachliegen. Die Anwohner befürchten Vandalismus und illegale Müllentsorgung. "Eine wöchentliche Bestreifung des Areals erfolgt ab Dezember und wird bis zum Beginn der Baumaßnahme durchgeführt", erklärte Rathaussprecherin Kerstin Kinszorra auf Nachfrage der Volksstimme. Ein konkreter Termin für die Rückbaumaßnahme der Kleingärten könne aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht benannt werden.

"Nach Fertigstellung der Hochwasserschutzanlage dienen die ehemaligen Einzelgärten als Kompensationsflächen", berichtet Kerstin Kinszorra.

Die bestehende Zaunanlage verbleibt im Eigentum der Landeshauptstadt Magdeburg und wird im Zuge der Baumaßnahme demontiert und bis zur weiteren Verwendung an anderer Stelle eingelagert.

Im März hatten die Kleingärtner die Kündigung ihrer Sparten erhalten. Besonders ärgerte es die Gärtner, dass ihnen nicht früher Bescheid gesagt wurde, bevor sie ihre Gärten nach dem Hochwasser 2013 wieder hergerichtet und Geld investiert hatten.

Doch nicht nur die Kleingärtner werden verdrängt, auch der alte Kastanienbestand in der Oststraße wird wohl kaum der Maßnahme standhalten.

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