Magdeburg l Magdeburg ist eine Stadt der Weihnachtsmärkte, und an diesem Wochenende wurde noch einmal richtig zum Finale "geblasen". Mit dem großen Weihnachtsmarkt vor dem Alten Rathaus fanden an den vergangenen drei Tagen acht Advents- und Weihnachtsmärkte statt. Und sie alle fanden ihre Besucher. Dazu gehörten die Stadtteil-Märkte in Stadtfeld Ost, an der Düppler Mühle, in Cracau und in Lemsdorf. Mit viel Engagement von Vereinen und Gruppen wurde dort auf die bevorstehenden Weihnachtstage eingestimmt.

Insgesamt konnten die Magdeburger in diesem Jahr über 21 Stadtteil-Weihnachtsmärkte besuchen. Das ist für eine Stadt mit rund 230000 Einwohnern ein Spitzenwert. Zum Vergleich: In Halle waren es laut Stadtübersicht 12 Märkte, in Dessau-Roßlau zwei, und in Magdeburgs Partnerstadt Braunschweig begnügt man sich mit dem zentralen Weihnachtmarkt auf dem Burgplatz.

Der Grund für die große dezentrale Liebe der Magdeburger für Weihnachtsfeste dürfte die Kultur der Gemeinwesen-Arbeitsgruppen sein. Engagieren sich die Anwohner das ganze Jahr über in den Gruppen und Arbeitskreisen für ihren Stadteil, so wird die Weihnachtszeit dann folgerichtig zum Höhepunkt des Jahresprogramms. Und Anwohner honorieren es mit Anwesenheit - sogar bei denkbar schlechtem Wetter, wie das vergangene Wochenende bewiesen hat.

Dabei wollen die kleinen Weihnachtsmärkte dem großen Bruder auf dem Alten Markt (rund 1,5 Millionen Besucher jährlich) keine Konkurrenz machen. Es geht vielmehr um Vielfalt und regionale Identitätsstiftung. "Aus dem Stadtteil für den Stadtteil", wie es Jens Hitzeroth vom Heimatverein Lemsdorf am Sonnabend formulierte.

Und trotz der schon bestehenden Vielfalt schafften es auch neue Magdeburger Weihnachtsmärkte, Besucher anzuziehen. Wie beispielsweise der Markt der Milchkuranstalt auf dem Fürstenwall. Schon am Freitag begann dort die "Schwiizer Wiehnacht" mit Raclette, Käsefondue und Crepes. Gestern wurde dazu noch Kabarett und Musik geboten, und um 17 Uhr startete man zu einem Laternenumzug Richtung Festungsreste in der Maybachstraße.

Dort veranstaltete der Sanierungsverein "Ravelin 2" zwar keinen ausgesprochenen Weihnachtsmarkt, allerdings hatte man zum Advent eingeladen. Ziel war es, mit einem sehr umfangreichen Kulturprogramm darauf aufmerksam zu machen, wie bedroht die Bausubstanz der Reste der Magdeburger Festungsanlagen ist. Und die Organisatoren trafen mit ihrem Adventsprogramm ins vorweihnachtliche Schwarze: Der Besucheransturm war zeitweise so groß, dass die Tore vorübergehend geschlossen werden mussten.

Nicht zu vergessen der Weihnachtsmarkt im Hundertwasserhaus. Auch er war mit viel Liebe organisiert worden - und hatte eine ganz spezielle Besonderheit zu bieten: grünen Glühwein, passend zur "Grünen Zitadelle".

 

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