Magdeburg (ad) I In einer Magdeburger Diskothek hat es in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag offenbar einen rechtsradikalen Übergriff gegeben. Laut Polizei soll eine 20-köpfige Gruppe auf die Tanzfläche gestürmt sein, als ein Lied mit der Zeile "Lieber bunt als braun" lief.

Nach ersten Erkenntnissen soll die Gruppe Verbindungen in die rechtsextreme und gewaltbereite Fußballfangruppierung der ‘Blue White Street Elite‘ haben.

Laut Polizei soll sich der Vorfall so abgespielt haben: Kurz vor zwei Uhr war das Lied "Lieber bunt als braun" in der Diskothek abgespielt worden. Daraufhin begab sich die Gruppe auf die Tanzfläche, zeigte dort den Hitlergruß und schlug vereinzelt auf anwesende Gäste ein. Danach wurde die Gruppe durch den Sicherheitsdienst der Disko verwiesen. Nach Identitätsfeststellung und Anzeigenaufnahme durch die Polizei wurde ein Platzverweis erteilt.

Anschließend sollen laut Polizei 16 Personen der Gruppe in Richtung Hauptbahnhof weitergezogen sein. Während der Fahrt soll es zu Beleidigungen und Provokationen gegenüber vier Fahrgästen irakischer Herkunft gekommen sein. Beim Verlassen des Busses auf dem Willy-Brandt-Platz schritt die Polizei erneut ein. Hierbei leisteten Mitglieder der Gruppierung auch Widerstand gegenüber den Beamten.

Es wurden Strafverfahren wegen Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung eingeleitet.

Gegenwärtig werden auch Erkenntnisse geprüft, ob Personen aus den Reihen der auffälligen Gruppierung für den Abbruch eines Fußballturniers am Samstagabend in Gommern verantwortlich sind.

Durch den Staatsschutz der zentralen Kriminalitätsbekämpfung werden nun alle Erkenntnisse zusammengetragen, die Verbindung zur ‘Blue White Street Elite‘ geprüft und die Möglichkeiten in Bezug auf eine erneute Aufnahme eines Verbotsverfahrens gegen die Gruppierung herausgearbeitet, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.