Magdeburg l Mond knabbert Sonne auf, so könnte man es leichthin formulieren. Es ist ein Himmelsspektakel der besonderen Art, wenn sich am 20. März der Erdtrabant vor die Sonne schiebt und wir winzigen Erdenmenschen dann auch noch das Glück haben, den Flirt der Gestirne bewundern zu dürfen - bei einem hoffentlich wolkenarmen Himmel.

Sonnenfinsternisse finden über Mitteleuropa gar nicht so selten statt. Zwischen 1951 und 2050 genau genommen sogar 48 Mal. Aber mit einer Abdeckung der Sonne von mehr als 50 Prozent, was auf der Erde dann zum Beispiel auch mit veränderten, fast mystischen Lichtverhältnissen wahrgenommen wird, das ist schon seltener. Über Magdeburg wird am Freitag, dem 20. März, eine Sonnenabdeckung von bis zu 80 Prozent erwartet, so hat Daniel Arndt von der Astronomischen Gesellschaft Magdeburg (AGM) errechnet. Und so ist es für alle Sternenfreunde dann eben doch ein Großereignis, das sie gern mit anderen Sofi-Begeisterten teilen wollen. "Wir werden die Finsternis mit unseren Freunden von der Guericke-Gesellschaft gemeinsam vor dem Guericke-Zentrum an der Kanone verfolgen", berichtet Daniel Arndt. Es werden Teleskope mit einem Durchmesser von 63 mm bis 25 cm und Schutzfiltern aufgebaut. "Auch unsere Fotografen werden ihre Spezialgeräte aufbauen und parallel zur öffentlichen Beobachtung Profiaufnahmen anfertigen", so Arndt. Und damit möglichst viele Gäste an der Lukasklause etwas von der Sofi haben, wird der Verein auch wieder sein vier Quadratmeter großes Sonnenfenster aufstellen. "So können mehrere Personen gleichzeitig mit bloßem Auge beobachten oder fotografieren", sagt Daniel Arndt. Das mehrfach beschichtete Sonnenfenster war schon 2008 am Hegelgymnasium ein voller Erfolg. Sofi-Liveübertragungen aus aller Welt wolle man zudem im Guericke-Zentrum auf die Leinwand bringen, denn einige Sternwarten wollen übertragen", so Arndt. Er hofft, dass das dann tatsächlich klappt.

Auch die Sternwarte des Astronomischen Zentrums Magdeburg lädt alle Sonnenanbeter zur Sofi-Schau am 20. März ein. Von 9.30 bis 12 Uhr können sich Neugierige in der Grundschule Am Kannenstieg in der Pablo-Picasso-Straße 20 einfinden, wo die Sternwarte zu Hause ist. "Wir öffnen während des gesamten Sofi-Verlaufs und sind auch mit mehreren Mitstreitern aus dem Freundeskreis und entsprechender Technik vor Ort", macht Gunther Loof, Leiter des Astronomischen Zentrums, neugierig.

Beobachtet werden darf die Sofi nur mit Filtern oder einer Spezialsonnenbrille. Eine spontane Nachfrage bei mehreren Optikern in der Innenstadt ergab: Diese Brillen im Geschäft zu bekommen, ist Glückssache. Die Fielmann-Filiale im Breiten Weg hat noch einige vorrätig und gibt sie kostenlos ab. Die Astronomische Gesellschaft hat extra welche gekauft und gibt sie zum Stückpreis von 4,50 Euro weiter. Wer sich vorab informieren oder eine Brille kaufen möchte, ist am Mittwoch, 18. März, um 19 Uhr in die Astronomische Station in die Rötgerstr. 8 eingeladen. Dort gibt es neben Sofi-Infos auch den Vortrag: "Mars - Neues vom roten Planeten" mit eigenen Beobachtungen und atemberaubenden Bildern der Roboter auf dem Mars.

 

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