Magdeburg l "Die Diagnose war für mich ein Schock", sagt Gisela Nowak. Als sie sich 2003 an der Brust stößt, stellt sie einen Knoten fest. "Das muss doch irgendwann mal wieder weggehen", denkt sie sich. Doch der Knoten verschwindet nicht. Ein Besuch beim Arzt folgt. Von dort wird sie zur Mammografie geschickt. Gewebeproben werden entnommen. Und nach langen Tagen der Ungewissheit steht fest: Gisela Nowak hat Brustkrebs. Für die heute 66-Jährige eine schlimme Nachricht.

Die Diagnose ist in doppelter Hinsicht ein Schock. Denn gleichzeitig wird ihr mitgeteilt, dass eine Teilamputation der Brust vorgenommen werden müsse. "Das war für mich das Schlimmste", erinnert sie sich.

Drei Wochen später wird sie operiert. Anschließend folgen Chemotherapie und Bestrahlung. "Gleich bei der ersten Behandlung sind meine Haare ausgefallen", erzählt sie. Im Spiegel mochte sie sich nicht mehr anschauen. Es sind bange Tage, an denen auch die Ungewissheit darüber im Mittelpunkt steht, ob die Therapie anschlagen und helfen wird.

Zu allem Überfluss stirbt während der Therapiezeit auch noch ihr Mann. Kinder hat Gisela Nowak nicht. Doch sie steht dennoch nicht allein da. Eine liebe Nachbarin unterstützt sie, wo sie kann. Beim Einkaufen, beim Haushalt.

"Die Chemotherapie ist etwas, das ich niemandem wünsche", sagt Gisela Nowak. Es geht ihr schlecht, an manchen Tagen kann sie nicht einmal essen, fühlt sie sich sehr, sehr schwach und einfach nur unwohl.

Doch Gisela Nowak verliert den Lebensmut nicht. Stattdessen versucht sie optimistisch in die Zukunft zu blicken. Sie sucht Zuflucht bei der Krebsliga, wo sie bis heute regelmäßiger Gast ist, auch wenn sie sich von ihrer Krankheit und der anstrengenden Therapie erholt hat und der Krebs besiegt zu sein scheint. "Das hat mir wirklich dolle geholfen", erzählt die Magdeburgerin.

Die Mitarbeiter helfen ihr bei der Beantragung von Hilfsangeboten, und hier findet sie auch Kontakt zu anderen Menschen, denen das Gleiche widerfahren ist. Gemeinsam unternehmen die Betroffenen Ausflüge.

Auch einer Sportgruppe schließt sich Gisela Nowak an, die vor ihrer Krankheit für die Volkssolidarität arbeitete. "Ich wollte weiter Sport machen", berichtet sie. Doch nach der Operation und der Chemotherapie muss sie einen Sport ausüben, der an ihre Bedürfnisse angepasst ist und sie nicht zu sehr belastet. Denn auch wenn die Krankheit inzwischen lange zurückliegt, darf sie sich nicht überfordern.

Ihren Garten hat sie aufgegeben. Doch Langeweile kommt bei ihr dennoch nicht auf. Neben den Treffen mit unterschiedlichen Gruppen bastelt Gisela Nowak gern und lebt sich kreativ aus. Außerdem liebt sie es, kleine Reisen zu unternehmen.

In den ersten zwei Jahren hat sie sich zurückgehalten. Sie wollte nicht über ihre Erkrankung sprechen. Heute sieht sie das anders, findet offene Worte, spricht mit vielen Menschen über ihre Erfahrungen.

Allen Frauen, die ebenfalls betroffen sind, möchte sie eines mit auf den Weg geben: "Man darf sich nicht zu Hause einigeln. Man sollte hinausgehen und die Gemeinschaft suchen." Gisela Nowak hat es getan. Und das hat ihr geholfen. Deshalb kann sie heute wieder lachen und klopft dreimal auf Holz. "Toi, toi, toi!", dass es so bleibt...