Magdeburg l Die Zahlen sprechen für sich. Der Anteil der Magdeburger Einwohner, die über 65 Jahre alt sind, betrug 2014 knapp 40 Prozent - Tendenz steigend. Das hat zur Folge, das perspektivisch die Zahl der Magdeburger, die im Alter auf eine Pflege angewiesen sind, deutlich zunehmen wird.

Zum Vergleich: Laut Statistischem Landesamt kamen 2013 in Magdebu rg auf 10000 Einwohner knapp 308 Pflegebedürftige, 2011 waren es 4,8 Prozent weniger. Zurzeit sind in Magdeburg rund 7600 Senioren auf eine Pflege angewiesen, bestätigt Magdeburgs zuständige Sozialbeigeordnete Simone Borris. Dabei ist bemerkenswert, dass 42 Prozent der pflegebedürftigen Magdeburger Senioren in Heimen versorgt werden. Dieser Wert liege deutlich über dem Landesdurchschnitt von 37,1 Prozent. Im ZIP-Jahresbericht wird davon ausgegangen, dass die gegenwärtige Pflegeversorgung (stationär, ambulant) in Magdeburg nicht in der Lage sein werde, den starken Mehrbedarf der kommenden Jahre aufzufangen. Die alarmierende Botschaft des ZIP-Berichts: 2030 werden in Magdeburg rund 1300 Pflegekräfte fehlen.

"Wir müssen auf diesen Systemwandel reagieren."

Diese Entwicklung könne zwar nicht aufgehalten, aber abgemildert werden. "Wir müssen auf diesen Systemwandel reagieren", sagt Simone Borris. Das Ziel der Stadt: die häusliche Versorgung von pflegebedürftigen Senioren stärken. Dabei soll vor allem die Familie mehr in den Fokus der Betrachtungen gestellt werden. Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, finanzielle und fachliche Unterstützung von Familien und Verbesserung des Leistungskataloges der Sozialkassen für die häusliche Pflege sind nur einige Punkte, um die häusliche Versorgung von pflegebedürftigen Senioren zu verbessern und damit attraktiver zu machen.

Um diesen geforderten Strukturwandel hinzubekommen, ist die Stadt gerade dabei, ein Netzwerk "Gute Pflege Magdeburg" aufzubauen. In diesem Netzwerk sollen die Stadt und die Leistungsträger (Kranken- und Pflegeversicherungen) eng zusammenarbeiten und umsetzungsfähige Zukunftskonzepte entwickeln.