Magdeburg l Die Tochtergesellschaft des Saftherstellers Albi hatte im April angekündigt, das Magdeburger Werk schließen zu wollen. 44 Mitarbeiter sind betroffen. Der Konzern hatte die Schließung mit wirtschaftlichem Druck begründet.

Allen Mitarbeitern wurde jedoch eine Stelle im Albi-Stammwerk in Bühlenhausen angeboten. Die Mitarbeiter stehen diesem Angebot skeptisch gegenüber. Denn viele sind an Magdeburg oder das Umland gebunden, haben hier Häuser oder familiäre Bindungen, die sich nicht ohne weiteres lösen ließen. Sie befürchten, dass sie keine Abfindung bekommen.

Ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat sich deshalb mit einem Schreiben an Oberbürgermeister Lutz Trümper, Ministerpräsident Reiner Haseloff und Wirtschaftsminister Hartmut Möllring gewendet. Darin bittet er um Hilfe, die Schließung noch abzuwenden.

Ohne Fördermittel kein Produktionsstandort

Doch diese Hoffnung wird wohl enttäuscht werden. "Die Landesregierung hat keine Einflussmöglichkeiten auf unternehmerische Entscheidungen", informierte Pressesprecher Robin Baake vom Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft. Dies wäre allenfalls dann der Fall, wenn das Unternehmen für den Produktionsstandort eine öffentliche Förderung erhalten hätte, die noch einer Zweckbindung unterliegt. Dies sei aber nicht der Fall.

Und auch die Landeshauptstadt Magdeburg werde der unternehmerischen Entscheidung nicht entgegenwirken können. Nach Bekanntwerden der Werksschließung sei aber der Kontakt zwischen dem Unternehmen und der Arbeitsagentur Magdeburg hergestellt worden, berichtet Günther Klaffehn als Teamleiter beim Dezernat für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit.

Aus Erfahrungen bei Betriebsschließungen in der Vergangenheit "schätzen wir ein, dass der allergrößte Teil der Belegschaft angesichts der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt der Fachkräfte eine neue Beschäftigung in der Region finden wird", zeigte er sich optimistisch.

Dennoch seien Lösungsversuche unternommen worden: die Kompensation der Mengen etwa, der Verkauf des Werkes und Kundensuche. "Dies hat aufgrund von Überkapazitäten und aufgrund des Umstandes, dass der Handel selbst abfüllt, sowie aufgrund von Insolvenzen in der Branche zu keinem Ergebnis geführt", berichtet Klaffehn, der sich offen zeigte für ein tragfähiges wirtschaftliches Konzept.

Hoffnung auf regionalen Arbeitsplatz

Grundsätzlich sei es das Interesse der Landeshauptstadt Magdeburg, dass möglichst alle Mitarbeiter in Magdeburg oder dem Umland schon wegen des Fachkräftemangels eine Arbeitsstelle erhalten. Darauf seien die Bemühungen der Arbeitsagentur gerichtet. Nichtsdestotrotz seien Angebote von Unternehmen, Mitarbeiter an einem anderen Betriebsstandort zu beschäftigen gängige Praxis in der Wirtschaft.

Für die Mitarbeiter, die am Montag in Verhandlungen mit Albi treten werden, dürfte das die Hoffnung steigern, einen neuen Arbeitsplatz in der Region zu finden. Ihre Hoffnung ist aber auch, eine gerechte Abfindung zu erhalten.