Magdeburg l Ein neues Transportbetonwerk entsteht derzeit an der Freien Straße auf dem Sket-Nordareal. 500 000 Euro werden hier investiert. Auf dem 5600-Quadratmeter-Betriebsgelände wird derzeit am Fundament gearbeitet. In den kommenden Tagen werden die Mischanlagen des Werks aufgestellt, ein Sozial- und Verwaltungsbau muss noch entstehen, und das Grundstück bekommt eine neue Zufahrt auf die Freie Straße. Wenn alles klappt, wird von hier ab Ende Juni Transportbeton auf die Baustellen in der Umgebung ausgeliefert.

"Wir sind froh, hier einen Standort in zentraler Lage gefunden zu haben."

Jens Kluge, Geschäftsführer von TH-Beton

Jens Kluge ist Geschäftsführer von TH-Beton und sagt: "Es gibt in vielen Kommunen den Trend, Transportbetonwerke an den Rand der Städte zu verdrängen. Wir sind daher froh, hier einen Standort in zentraler Lage gefunden zu haben."

Wichtig ist die richtige Lage des Produktionsbetriebs angesichts der kurzen Zeiten, in denen der Transportbeton verarbeitet werden muss: Innerhalb von rund anderthalb Stunden ab der Herstellung im Werk müssen die acht Tonnen Material, die in einem Betonmischfahrzeug zur Baustelle gelangen, normalerweise vor Ort verbaut sein.

"Mit der Erschließung durch die neue Straße haben sich die Bedingungen verbessert."

Marc Weiler, Vertreter der Eigentümer des Geländes

Sprich: Der Transport aus der Herstellung zum Zielort muss nach Möglichkeit innerhalb von einer halben bis Dreiviertelstunde über die Bühne gebracht sein. Kurze Wege sind also wichtig für die Produzenten des Baumaterials.

Die Investition des mittelständischen Baumaterial-Herstellers ist durchaus auch als eine Art Bekenntnis zu Magdeburg zu verstehen. Hier zählt nicht zuletzt das Potenzial, das die sachsen-anhaltische Landeshauptstadt aufgrund von Investitionen in den kommenden Jahren für die heimische Bauwirtschaft bieten dürfte.

Marc Weiler, der die Grundstückseigentümer an der Freien Straße vertritt, sagt: "Mit der Erschließung der Feien Straße durch die neue Straße hinüber zur Dodendorfer Straße haben sich die Bedingungen für die Unternehmen deutlich verbessert." Auch auf den Nachbargrundstücken wird derzeit in neue Produktions- und Logistikflächen investiert.

Der Magdeburger Wirtschaftsbeigeordnete Rainer Nitsche sagt: "Mit dem gut auch von Lkw nutzbaren Kreisel an der Dodendorfer Straße mit Anbindung an den Bierer und an den Fermersleber Weg ist der Weg frei zum Magdeburger Ring. Dort sei mit der neuen Auf- und Abfahrt am Magdeburger Ring aus und in Richtung Süden auch die Anbindung an den überörtlichen Verkehr wesentlich verbessert worden. Rainer Nitsche sagt: "Wenn wir uns im Standortwettbewerb behaupten wollen, ist es notwendig, auch im Stadtgebiet und nicht nur am Stadtrand attraktive Gewerbeflächen anzubieten." Das setze eine langfristige Planung und funktionierende ämterübergreifende Abstimmungen voraus. Denn schon bei der Bauleitplaung gelte es, Rahmenbedingungen auch für das produzierende Gewerbe zu schaffen.

Ein Stichwort, das den Beteiligten dazu einfällt, ist die Bundesimmissionsschutzverordnung. Denn beispielsweise beim Sket-Nordareal müssen auch die Belange der Anwohner in der Nachbarschaft beachtet werden - selbst wenn das Gelände schon viele Jahrzehnte vor der Aufgabe des Areals durch den Maschinenbauer Sket als industrielle Produktionsfläche genutzt worden ist.

Vor der Entscheidung für den neuen Standort an der Freien Straße stand übrigens das Aus für den bisherigen Magdeburger Standort des Unternehmens in Buckau im November 2013. Werkleiter Burghard Klein ist einer der beiden Mitarbeiter und sagt: "Während der Betriebspause haben wir uns unter anderem um die Instandsetzung und um die Pflege der Anlagen gekümmert, die ja hier in der Freien Straße wieder zum Einsatz kommen."

TH-Beton gehört zur Thomasgruppe, einer mittelständischen Unternehmensgruppe der Bau- und Baustoffbranche. Neben dem Transportbeton zählen zu den Angeboten u. a. Betonbauteile, Zement und Naturstein-Asphalt. Die Unternehmensgruppe hat 1200 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 250 Millionen Euro. In Deutschland sind die Beschäftigten an mehr als 60 Standorten tätig.