Magdeburg l Im neuen Jahr ist die Autobahn A 71 endlich komplett. Das letzte Stück bei Sömmerda in Thüringen soll Ende 2014 fertig werden. Ab dem Frühjahr wird die Fahrbahn betoniert, teilte der Autobahnplaner Deges mit. Das letzte Stück hatte es in sich, da die Piste über Erdfallgebiete verläuft. Das Gelände musste erst aufwändig verdichtet werden.

Die A 71 ist auch für Sachsen-Anhalts Autofahrer interessant: Sie bietet auf dem Weg nach Süden eine gute Alternative zu den oft vollen und staugeplagten Autobahnen A 9, A 4 und A 7. Die A 71 führt vom Autobahndreieck Sangerhausen im Süden Sachsen-Anhalts über Erfurt und den Thüringer Wald bis nach Bayern. In Thüringen gibt es zudem einen Abzweig (A 73) bis nach Nürnberg. Autofahrer aus dem Norden Sachsen-Anhalts gelangen über die Autobahnen A 14 und A 38 zur A 71.

Kleine Autobahn mit großer Wirkung

Perfekt wäre die Anfahrt aber erst dann, wenn die A 143 komplett befahrbar ist. Die kleine Autobahn im Westen Halles wäre die kürzeste Verbindung von der A 14 zur A 38 und würde den Autofahrern einen 60 Kilometer langen Umweg übers Schkeuditzer Kreuz ersparen. Da der Naturschutzbund 2007 jedoch erfolgreich klagte, liegt der Weiterbau der A 143 seitdem auf Eis. Die Trasse quert europäisches Schutzgebiet.

Die Naturschutzbauten wurden nun erheblich ausgedehnt. So bekommt ein Teil der Autobahn ein 250 Meter langes grünes Dach, um darauf die geschützte Porphyrkuppenlandschaft nachzubilden. Nun muss die EU-Kommission darüber entscheiden, ob und wie es mit den fehlenden 13 Kilometern Strecke weitergeht. Das Verkehrsministerium hofft, dass die A 143 bis 2019 fertig wird.

Bis dahin müssen Autofahrer übers Schkeuditzer Kreuz fahren oder eine Stadtfahrt durch Halle auf sich nehmen. Wer den 45 Kilometer langen Weg über gut ausgebaute Landstraßen nicht scheut, kann aber auch ab Bernburg auf die B 6n und von dort über Sandersleben und Eisleben auf kürzestem Weg zur A 38 und dann weiter auf die A 71 gelangen.

Colbitz erhält Autobahnanschluss

Auch im Norden gibt es einen ersten Lichtblick: Das erste Stück der A-14-Nordverlängerung auf Sachsen-Anhalts Gebiet ist Ende des Jahres befahrbar. Auf dem sechs Kilometer langen Stück bei Colbitz soll Ende des Jahres der Verkehr rollen. Das Autobahnstück dient der Gemeinde zugleich als vierspurige Ortsumfahrung und erleichtert die Fahrt zwischen Magdeburg und Stendal schon etwas. Wann die A 14 weiter in Richtung Altmark vorangetrieben wird, entscheidet sich am 8. Januar, wenn das Bundesverwaltungsgericht seine Entscheidung über den Abschnitt Colbitz-Dolle verkündet. Ein weiteres Urteil wird 2014 zum sich daran anschließenden Abschnitt bis Lüderitz bei Stendal erwartet. Gegen den Bau beider Etappen klagt der Umweltverband BUND.

Nordharz-Schnellstraße wächst nach Osten

In der Mitte Sachsen-Anhalts wächst die Schnellstraße B 6n ein Stück weiter - die im östlichen Teil noch B 185 heißt, aber künftig umbenannt wird. Ende des neuen Jahres wird der 13 Kilometer lange Abschnitt Köthen fertig. Dann können Autos und Laster die Kreisstadt von Anhalt-Bitterfeld auf drei Spuren umfahren. Der Bypass ist Teil der insgesamt 115 Kilometer langen B 6 (neu), die künftig einmal die Landesmitte vom Harz bis nach Dessau queren soll. Von Goslar im Westharz bis nach Bernburg (Nord) ist die B 6 als vierspurige Bundesstraße bereits seit zwei Jahren durchgängig befahrbar. An der dreispurigen Ost-Verlängerung bis zur A 9 bei Dessau wird an fast allen Abschnitten gebaut oder geplant. Das fehlende Stück zwischen Bernburg und Köthen wird voraussichtlich im Sommer 2015 frei. Der Rest bis Dessau folgt bis 2018, wenn der Bundestag das im neuen Verkehrswegeplan so beschließt.

Zwei neue Ortsumfahrungen

Asphaltwalzen rollen ab Mai auf der Trasse der Ortsumfahrung Bebertal bei Haldensleben im Bördekreis. Die viel befahrene Bundesstraße 245 schlägt um das 1700 Einwohner zählende Dorf bald einen Bogen. Die Route ist für die Kreisstadt Haldensleben einer der wichtigsten Zubringer zur A 2. Ab Frühjahr 2016 soll der Verkehr auf der neuen Straße rollen und es kann mehr Ruhe in den Ort einziehen. Auf mehr Ruhe hofft auch Gethlingen im Landkreis Stendal. Durch das Dorf wälzen sich Schwerlaster zum Zellstoffwerk sowie zur Papierfabrik in Arneburg. Von April bis Oktober bekommt der Ort eine Umfahrung. Die ein Kilometer lange Landesstraße baut Sachsen-Anhalt für gut eine Million Euro. Meinung

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