Werder l Das Hochwasser hatte in Magdeburgs traditionsreichster Veranstaltungshalle seine hässlichen Spuren hinterlassen. Im Keller stand die braune Brühe bis zur Decke. In Foyer und Blüthnersaal überspülte das Elbewasser den Fußboden. Glück im Unglück hatte nur der Stadthallensaal selbst. Er liegt ein paar Meter höher und war nicht direkt betroffen.

Sieben Monate Pause waren trotzdem die Folge der Elbeflut. Seit Juni 2013 hatte in der Stadthalle kein Künstler mehr seine Visitenkarte hinterlassen können. Mit dem Musical "Lauras Stern" und einer Verdi-Nacht zog am Wochenende wieder Leben ein.

Rund eine Million Euro beträgt der Schaden des Hochwassers, bilanziert Steffen Schüller, Geschäftsführer der Magdeburger Messe- und Veranstaltungs-GmbH, die Flutschäden, die inzwischen größtenteils beseitigt sind. Die Versorgungsleitungen im Keller wurden erneuert, der Keller trockengelegt und der Foyerboden repariert. Restarbeiten sind etwa noch im Blüthnersaal zu erledigen. "Davon ist jedoch der Betrieb der Spielstätte nicht betroffen", sagte Rüdiger Kratzert, technischer Leiter der MVGM, zu der auch die Stadthalle gehört.

Die Kosten wurden weitgehend durch die Versicherung getragen. Die Beseitigung der Schäden darf jedoch nicht mit einer Generalsanierung der Stadthalle verwechselt werden, warnt der Geschäftsführer. Auch wenn jetzt wieder der Normalbetrieb einziehe, so bleibe eine zentrale Frage noch offen: Die Halle müsse grundhaft saniert werden, wenn sie auch in den kommenden Jahrzehnten ein vermarktbarer Veranstaltungsort bleiben solle. "Je nach Umfang von Sanierungen kommen da um 40 bis 50 Millionen Euro zusammen", so Schüller, der sich in sein neues Amt seit 1. Januar gerade einarbeitet und sich somit auch einen Überblick über die Zukunft der Stadthalle verschaffen will. Ein solches Mammutprojekt sei aber nur perspektivisch und mit dem Halleneigentümer, der Stadt Magdeburg, anzugehen.

Vorerst sei man froh, dass die Stadthalle in den Veranstaltungsbetrieb zurückgekehrt ist. Wegen ihres Ausfalls habe man zwar viele Veranstaltungen in andere Hallen wie die Getec-Arena legen können, doch sei dies häufig mit Mehrkosten verbunden gewesen.