Magdeburg l Berühmte Kunstwerke, die vor dem Zweiten Weltkrieg dem Kaiser-Friedrich-Museum Magdeburg gehörten, hängen heute in Galerien und Museen auf der ganzen Welt. Zu dieser Fehlliste gehören 150 sogenannte "entartete" Bilder, die 1937 auf Befehl Adolf Hitlers aus dem heutigen Kulturhistorischen Museum entfernt werden mussten, und 338 Gemälde, die in der Forschung als Kriegsverlust gelten.

Zu den 1937 entfernten Künstlern zählen etwa Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Johannes Molzahn, Emil Nolde, Christian Rohlfs und Albert Weisgerber. Wie Museums-Chefin Gabriele Köster der Volksstimme bestätigte, ist von acht Werken bekannt, wo sie sich befinden. So hängt etwa das Bild "Gebirgslandschaft", von Kirchner im "Institut of Art" in Detroit. Das "Stilleben mit weißen Lilien" von Christian Rohlfs wurde zuletzt bei einer Auktion in Düsseldorf 1994 gesehen. Zuvor war es dem Magdeburger Museum für 145.000 Mark angeboten worden. Einen Rechtsanspruch auf Rückgabe gibt es nicht.

Zu den wertvollsten Magdeburger Kriegsverlusten zählt Vincent van Goghs Selbstbildnis "Der Künstler auf dem Weg nach Tarascon". Das Bild wird auch in der Datenbank "Lost Art" geführt. Unklar ist, ob es in den Kriegswirren entwendet oder zerstört worden ist.