Der Erste Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg wurde von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Weltmeeren geführt und forderte rund 17 Millionen Menschenleben. Der Krieg begann nach dem Attentat von Sarajevo mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914.

Wesentliche Kriegsbeteiligte waren Deutschland, Österreich-Ungarn, das Osmanische Reich und Bulgarien auf der einen Seite sowie Frankreich, Großbritannien, Russland, Serbien, Italien, Japan und die USA auf der anderen Seite. Annähernd 70 Millionen Menschen standen unter Waffen, 40 Staaten beteiligten sich am bis dahin umfassendsten Krieg der Geschichte.

Am 11. November 1918 trat der Waffenstillstand in Kraft. Die Friedensbedingungen wurden in den Folgejahren geregelt. Von den Verlierermächten gehörte auch Deutschland. Aber auch das Osmanische Reich und Österreich-Ungarn zerfielen, in Russland ging das Zarentum unter.

Die Ausstellung "Heimat im Krieg - Krieg in der Heimat" wird noch bis zum 27. April im Altmärkischen Museum Stendal gezeigt. Sie ist eine Wanderausstellung, die, organisiert vom Landesmuseumsverband, von 18 Stadt- und Regionalmuseen des Landes gestaltet wurde.

Es werden 150 Objekte und Dokumente zum Kriegsalltag gezeigt. Ergänzt werden die Ausstellungen durch unterschiedliche Stücke aus den jeweiligen Regionen.

Die Ausstellung "wandert" von 2014 bis 2018 durch Sachsen-Anhalt. In diesem Jahr folgen die Lutherstadt Eisleben (9. Mai bis 8. Juli), Zerbst (Start 17. Juli) und das Stadtarchiv Magdeburg (Start 25. Oktober). 2015 folgen (alle in zeitlicher Reihenfolge) Schönebeck, Sangerhausen, Bitterfeld und Dessau-Roßlau.

Blankenburg l Robert Krug, Jahrgang 1896, hatte keine besondere Schulbildung. "Er war ein einfacher Landarbeiter im schlesischen Bezirk Liegnitz, als der Krieg ausbrach", erzählt sein heute 79-jähriger Sohn, Günter Krug, der inzwischen in Blankenburg lebt. Als Landarbeiter hatte Robert auch täglich auf dem Gut mit Pferden zu tun. Deshalb wurde er auf eine ganz besondere Art für den Krieg rekrutiert. Er musste Pferde einsammeln und an die Front bringen.

"Als ich ein kleiner Junge war, hat er mir davon erzählt. Jedes Landgut wurde verpflichtet, jeweils zwei Pferde an die Reichswehr abzutreten", erinnert sich sein Sohn. Der Vater musste die Pferde bei der Überführung in den Westen begleiten. So verschlug es schon zu Beginn des Krieges den ersten 19-Jährigen an den Rhein in ein Nachschub-Regiment. Dort arbeitete er - nun in Soldatenuniform - als Pferdeknecht für die Reichswehr.

Nach zwei Jahren wieder in der Heimat

"Nach etwa zwei Jahren durfte er zurück in die Heimat und sich wieder auf dem Gut um die Pferde kümmern", erzählt sein Sohn. Kurz nach dem Krieg heiratete Robert und begründete damit eine Großfamilie mit acht Kindern. Pferde spielten im Leben der Familie Krug später noch eine sehr wichtige Rolle.

Günter Krug erzählt: "Ohne die Pferde hätten wir unser Hab und Gut nicht retten können. Mit fünf Fuhrwerken flüchteten wir am Ende des Zweiten Weltkrieges aus Schlesien." Zunächst kam die Familie in die Börde. Heute leben die Krugs im Harz.

Historiker gehen davon aus, dass im Ersten Weltkrieg über 1,5 Millionen Pferde allein auf deutscher Seite eingesetzt wurden. Nicht nur in der Kavallerie, sondern vor allem auch als Transport- und Zugtiere. Nur etwa ein Drittel dieser Pferde überlebte den Krieg. Die Zahlen des Zweiten Weltkrieges sind noch höher: Mit der Wehrmacht sollen 2,7 Millionen Pferde am Krieg teilgenommen haben, berichten Quellen im Internet. Schätzungen zufolge sind davon 1,8 Millionen umgekommen.

Seit zehn Jahren ein eigenes Denkmal in London

Seit zehn Jahren haben diese Pferde sogar ein eigenes Denkmal. Das Monument "Animals in War Memorial" im Londoner Hyde-Park erinnert an Tiere, die weltweit in Kriegen ums Leben gekommen sind. Prinzessin Anne, Ex-Champion der Military-Reiterei und Tochter der britischen Königin, hatte das Denkmal 2004 eingeweiht. Es trägt die Inschrift: "They had no choice". Zu deutsch: Sie hatten keine Wahl. Zu sehen sind bronzene Maultierstatuen. Abgebildet sind auf einem langgestrecktem Relief auch Pferde, Hunde, Elefanten, Kamele, Ziegen und Tauben.

Das Monument gedenkt der Opfer des Krieges, die normalerweise nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen. Vor allem viele Millionen Pferde - auch aus dem heutigen Sachsen-Anhalt - kamen im Krieg grausam zu Tode.

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