Magdeburg l Das zuständige Referat für Brand- und Katastrophenschutz sieht schwarz für die Einführung von "eCall" bereits in zehn Monaten. "Es gibt eine ganze Reihe von Problemen, die eine so kurzfristige Einführung kaum möglich machen", sagt Referatsleiter Lutz-Georg Berkling.

Fahrzeuge mit "eCall" sollen bei schweren Unfällen automatisiert einen Notruf zu Rettungsstellen absenden. Aber keine der 13 Integrierten Rettungsleitstellen im Land sind bislang technisch in der Lage, automatisiert abgesetzte "eCall"-Benachrichtigungen zu empfangen und mit dem Fahrzeuginnenraum eine Tonverbindung herzustellen. Berkling: "Unklar ist, ob die Leitstelle eine Sprachverbindung für Rückfragen aufbauen kann. Auch ist nicht geregelt, mit welchen Geräten und Programmen die aus dem Auto gesendeten Daten in der Leitstelle abrufbar sind."

Die "eCall"-Bedenken sind seit längerem bekannt. Die Innenminister hatten eine Verschiebung auf das Jahr 2016 empfohlen. Ein Grund: Umbauten in den Leitstellen sollen von "Konformitätsstellen" einheitlich beurteilt und abgenommen werden. Wie und wann diese Stellen aber ihre Arbeit aufnehmen, ist bislang nicht geregelt.

Die Umbaukosten pro Leitstelle werden vage zwischen 3000 und 20000 Euro abgeschätzt. Allein die Anschaffung des technischen Vorschriftenpaketes für "eCall" soll pro Bundesland 40000 Euro kosten. Offene Fragen gebe es auch zur genauen Fahrzeugausstattung, zu der Mobilfunkübertragung, zur Verhinderung von Pannennotrufen in Rettungsstellen und zum Datenschutz.

Der Bundesrat hatte sich im September 2013 für Nachbesserungen bei eCall ausgesprochen. Doch das EU-Parlament hat am 26. Februar die Pläne für den verpflichtenden Einbau ab Jahresbeginn 2015 gebilligt.

Am Mittwoch tagt im Bundesverkehrsministerium eine hochrangig besetzte Runde namens "eCall-Implementierungsplattform". Sie soll das weitere Vorgehen abstimmen. Neben Fahrzeugherstellern, Versicherern und Mobilfunkanbietern delegieren auch die Innenminister der Länder Vertreter in die Runde.

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