Berlin (mh) | Die Deutsche Reichsbahn soll über mehrere Jahrzehnte politische Häftlinge als Zwangsarbeiter eingesetzt haben. Das berichtet das ARD-Magazin "Report Mainz" mit Bezug auf eine bislang unveröffentlichte Studie.

Laut Forschungsprojektleiter Christian Sachse sei der Einsatz der Zwangsarbeiter bei der Deutsche Reichsbahn für die Zeit zwischen 1951 und 1989 belegt. Demnach sollen jedes Jahr 1200 bis 1500 Häftlinge zu Arbeiten herangezogen worden sein, die normale Bahnmitarbeiter nicht hätten leisten wollen. Dies gelte insbesondere für die Bereich Gleisbau, Demontage von Gleisen und Verschrottung von Waggons.

Ines Gleicke, Ostbeauftragte der Bundesregierung, forderte die Deutsche Bahn auf, diesen Teil der Unternehmensgeschichte aufzuarbeiten. Die Bahn AG bestätigte bislang lediglich Beziehungen zwischen Deutscher Reichsbahn und Deutscher Bundesbahn.

Die Studie war von der der Union der Opferverbände der Kommunistischen Gewaltherrschaft in Auftrag gegeben worden. Sie soll laut "Report Mainz" am 16. Juni vorgestellt werden.