Neueinstellungen

Nach Angaben der Bildungswerkschaft GEW sind diese Lehrer-Neueinstellungen in Bundesländern geplant (Auswahl):

Brandenburg: 600

Thüringen: 650

Mecklenburg -Vorpommern: 800

Sachsen: 1500

Niedersachsen: 3500

Berlin: 1800

Sachsen-Anhalt: 370

Magdeburg l Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert in den nächsten beiden Jahren jeweils 750 neue Lehrer in Sachsen-Anhalt. Damit geht sie weit über die bisherigen Beschlüsse der CDU/SPD-Landesregierung hinaus. Die Ministerrunde hatte sich am Dienstag darauf verständigt, jährlich 370 neue Lehrer einzustellen - das sind 150 mehr als bislang.

Der GEW-Landesvorsitzende Thomas Lippmann bezeichnete den Neueinstellungs-Beschluss der Landesregierung als "Augenwischerei" und "Beruhigungspille". Diese Einstellungen würden nur dazu dienen, "den weiter fortschreitenden Personalabbau an den Schulen des Landes vorübergehend etwas abzumildern", sagte er.

Lippmann verwies darauf, dass allein 2015 und 2016 insgesamt bis zu 1400 Lehrer aus dem aktiven Schuldienst ausscheiden würden - zum Beispiel durch Alter, Altersteilzeit, Erwerbsunfähigkeit oder Kündigung. Gleichzeitig steige die Schülerzahl stärker an als noch 2011 prognostiziert worden war. Seinerzeit wurde das derzeit geltende Personalkonzept festgezurrt. Danach plant die Landesregierung, bis Ende 2019 knapp 3000 der zurzeit rund 16000 Lehrerstellen einzusparen. Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der Lehrerstellen sogar auf knapp 12.000 zurückgehen.

Lippmann sagte: "Wer an unseren Schulen einen weiteren Personalabbau zulässt, gefährdet das Unterrichtsangebot und die Schulpflicht für Tausende Schüler. Der fortscheitende Personalabbau muss endlich gestoppt werden."

Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) weist immer wieder darauf hin, dass Sachsen-Anhalt und Thüringen "mit Abstand die meisten Lehrer je Schüler unter allen Bundesländern" hätten. Dennoch würden Stunden ausfallen. Bullerjahn dazu: "Wir haben zu viele kleine Schulen, einen sehr ausgeweiteten Förderschulbereich und eine geringe Unterrichtszeit je Lehrer."

Ein Vorstoß der Regierung, die Unterrichtszeit der Lehrer um eine Stunde zu erhöhen, war auch am Widerstand der GEW gescheitert.

Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) sagte zu den GEW-Forderungen: "Die zusätzlichen Neueinstellungen für 2015 und 2016 sind schon ein großer Erfolg und bedeuten fast eine Verdoppelung des ursprünglich geplanten Einstellungskorridors an den allgemeinbildenden Schulen. Darüber hinaus befindet sich das Kultusministerium gegenwärtig in einer Abstimmung mit dem Finanzministerium über die weiteren Einstellungsbedarfe bis 2025." Ziel sei die Sicherung der Unterrichtsversorgung in den nächsten Jahren.