Magdeburg/Berlin l Auf Krankenversicherte in Deutschland werden in den kommenden Jahren höhere Beiträge zukommen. Dies kündigte Christoph Straub, Vorstandschef der Barmer GEK, in einem Volksstimme-Interview an. "Die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung werden steigen. In welchem Umfang das in den nächsten Jahren geschieht, kann heute seriös niemand sagen", erklärte Straub mit Blick auf erhöhte Kosten für die Kassen und die vom Bundestag beschlossene Reform der Kassenfinanzierung.

Der Krankenkassenbeitrag wird von 2015 an 14,6 Prozent betragen, wovon Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte zahlen. Kommen die Kassen damit nicht aus, können sie einen höheren Beitrag kassieren. Das wird allein zu Lasten der Arbeitnehmer gehen, da der Arbeitgeberanteil bei 7,3 Prozent festgeschrieben ist.

"Es ist schlichtweg unsozial, allein den Versicherten die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen aufzubürden", sagte Straub. Beitragssteigerungen würden kommen, wenn es weiter hochwertige medizinische Versorgung geben solle. Nach Jahren der Stabilität erhöhe sich der wirtschaftliche Druck auf die Krankenkassen. Straub machte dafür auch politische Entscheidungen wie die Kürzung der Steuerzuschüsse für den Gesundheitsfonds und die Rücknahme von Spargesetzen verantwortlich.

Durch den verschäften Wettbewerb erwartet der Barmer-Chef weitere Fusionen von Krankenkassen. Die Barmer selbst steht derzeit vor rationalisierungsbedingten Entlassungen. Konkrete Zahlen wollte Straub noch nicht nennen.