Das steht im Koalitionsvertrag

CDU/CSU und SPD haben im Programm der Bundesregierung folgendes vereinbart: "Für gesetzlich Versicherte wollen wir die Wartezeit auf einen Arzttermin deutlich reduzieren. Sie sollen sich zukünftig bei Überweisung an einen Facharzt an eine zentrale Terminservicestelle bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) wenden können. Diese vermittelt innerhalb einer Woche einen Behandlungstermin. Für den Termin soll im Regelfall eine Wartezeit von vier Wochen nicht überschritten werden. Gelingt dies nicht, wird von der Terminservicestelle ein Termin – außer in medizinisch nicht begründeten Fällen – zur ambulanten Behandlung in einem Krankenhaus angeboten."

Magdeburg l "Für die Ärztekammer Sachsen-Anhalt ist es nicht ersichtlich, wie allein eine Garantieerklärung den eigentlichen Ursachen entgegenwirken möchte", erklärt Kammerpräsidentin Dr. Simone Heinemann-Meerz auf Volksstimme-Nachfrage.

Nach Kenntnis der Vertretung der niedergelassenen Mediziner entstünden lange Wartezeiten auf Facharzttermine aus zweierlei Gründen. Zunächst gebe in einigen Bereichen einen Fachärztemangel, der sich gerade in Sachsen-Anhalt nicht kurzfristig verbessern werde. Ein weiterer Grund liege darin, dass Patienten auf eigenen Wunsch zum Facharzt gingen. Trifft dieser Patient auf eine ausgelastete Arztpraxis und sei keine zeitnahe Behandlungsbedürftigkeit zu erkennen, werde dieser Patient auch keinen zeitnahen Termin erhalten können.

"Wir warnen seit geraumer Zeit vor dem immer stärker werdenden Ärztemangel und deren Konsequenzen. Die geplante Garantie zeigt, wie weit die Bundespolitik von den regionalen Problemen entfernt ist", betont Heinemann-Meerz.

"Mir ist kein Beispiel bekannt, in dem eine Garantie auf eine begrenzte Ressource, deren Verfügbarkeit verbessern konnte. Vielmehr muss die Verwendung zielgerichtet und gerecht erfolgen." Ein Instrument sei die Überweisung durch den Hausarzt.