Es könnte eine Idee der Verteidigungsministerin sein: Bundeswehr fängt nicht mit dem Kindergarten in der Kaserne an, sondern schon mit der Entbindungsstation. Die Idee hatte aber nicht Ursula von der Leyen, sondern eine freiberufliche Hebamme aus Niedersachsen. Katja Tempel eröffnete am Dienstag eine mobile Hebammenpraxis auf dem Truppenübungsplatz Altmark - im Rahmen der gewaltfreien Besetzung, wie die Aktionsgruppe gestern mitteilte.

Die Hebamme begründet ihre Zweigstelle so: "Ich möchte dem militärischen Denken etwas entgegenstellen: Nicht Töten üben, sondern Leben schenken ist notwendig", so Katja Tempel. Die alte Devise "Make love (and babies) - not war" sei aktueller denn je. "Wir widmen diesen Platz um und nutzen ihn für das, was wirklich wichtig ist: Raum für lebendiges Wachstum von Babys, Kindern und Eltern."

Schwangere Frauen, die ihre nächste Vorsorge machen möchten oder Schwangerschaftsbeschwerden haben, würden kompetent beraten, verspricht die Hebamme. Herztöne abhorchen, Urinkontrollen, Lage des Kindes im Bauch - all das sei bis Sonnabend möglich. Natürlich könnten auch betroffene Väter kommen.

Es gibt nur eine Einschränkung: "Die Praxis schließt, wenn das Tageslicht nicht mehr ausreichend ist, um den Bauch abzutasten."(egw)