Magdeburg l Zum Magdeburger Flugplatz am Rande der Stadt wurde schon manche politische Schlacht geschlagen. Großangelegte Ausbaupläne mit regelmäßigen Linienflugverkehrsvisionen sind zwischenzeitlich ad acta gelegt; jetzt geht es um den Erhalt des Platzes für den Sport- und Geschäftsflugverkehr.

Der floriert durchaus, weshalb es der Flugplatz Magdeburg Betriebsgesellschaft (FMB) seit 2009 gelingt, zuschussfrei und bei Abführung einer jährlichen Pacht in Höhe von 40.000 Euro an die Stadt schwarze Zahlen zu schreiben. Zuvor subventionierte die Stadt ihren Landeplatz pro Jahr mit etwa einer halben Million Euro. "Und wenn die Stadt das so will, dann kann sie das ja künftig gerne wieder tun", sagt FMB-Geschäftsführer Heinz Mürke mit durchaus gereiztem Unterton.

Nachtflugverbot am Magdeburger Flugplatz

Die Volksstimme bat den Mann um eine Stellungnahme zur Lärmschutz-Forderung der Grünen. Mürke sagt: "Ich würde die Forderung verstehen, wenn es hier wirklich Fluglärm wie beschrieben gäbe. Aber der ist gar nicht da." Nach eigenen Angaben hat Mürke seit 2009 vielfach den Kontakt zu Anliegern, Flugplatzgegnern und flugplatzkritischen Ratsfraktionen gesucht, aber eine wirkliche Verständigung sei aus seiner Sicht nicht zustande gekommen: "Da sitzen in den Bürgerversammlungen zwei, drei Krawallmacher, mit denen man nicht vernünftig reden kann."

Wie viel Krawall macht der Flugplatz nun selbst, zum Beispiel nachts? Nach Mürkes Empfinden wenig. "Schon laut Planfeststellungsbeschluss gilt für uns ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Nach Luftverkehrsgesetz sind davon die Polizei, die Bundespolizei, die Bundeswehr sowie Ambulanz- und Organtransportflüge befreit. Daneben gibt es lediglich ein Unternehmen vor Ort, das maximal sechsmal im Monat nachts für Geschäftsflüge starten darf. Das ist mit Zustimmung der kommunalen Ordnungsbehörde vom Landesverwaltungsamt genehmigt worden." Daneben gelte strikte Nachtflugruhe.

Weitere Beschränkungen will Mürke sich und den vor Ort ansässigen Unternehmen nicht auferlegen lassen. Der Ordnungsbeigeordnete Holger Platz (SPD) verweist in seiner Stellungnahme zum Grünen-Antrag darauf, dass dies auch gar nicht möglich sei. Zwar sei "bezogen auf den Aspekt des Fluglärms eine entsprechende Begrenzung grundsätzlich zu befürworten", allerdings sei eine "Verpflichtung der Betriebsgesellschaft, eine solche Vereinbarung einzugehen, nicht erkennbar".

Wenig Beschwerden über Fluglärm

Die Verwaltung führt zum rechtlichen Aspekt an, dass für den Flugplatz Magdeburg "aufgrund der überschaubaren Zahl von Motorflugbewegungen (weniger als 15.000 im Jahr) keine gesetzlichen Vorgaben zur Begrenzung der Start- und Landezeiten" gelten. Außerdem sei die Zahl der Beschwerden über Fluglärm in Magdeburg mit vier im Jahr 2012 und 18 im Jahr 2013 "recht gering".

Im Wirtschaftsausschuss des Stadtrates erlebte der Grünen-Antrag auf Morgen-, Mittags- und Nachtruhe am Flugplatz bereits eine Abfuhr. Hubert Salzborn konstatierte für die CDU, dass den Betreibern ein wirtschaftliches Arbeiten nicht erschwert werden dürfe. SPD-Fraktionschef Jens Rösler urteilte im Angesicht der Grünen-Forderung gar, dass - würden sie erfüllt - der Verkehrslandeplatz auch gleich aufgegeben werden könne.