Halberstadt l Sie nennt ihn "unser Held" und drückt den Jungen ganz fest. Der zehnjährige Sohn der jungen Frau habe am gestrigen Sonntagmorgen das Feuer an der Wohnungstür bemerkt und die noch schlafende Mutter geweckt. "Überall in der Wohnung war schon der Qualm. Ich habe sofort über den Notruf Alarm geschlagen", sagt die Halberstädterin gegenüber der Volksstimme. Die verkohlte Wohnungstür beweist, es hätte viel schlimmer kommen können.

Der Notruf erfolgte am Sonntag um 5.20 Uhr, beim Eintreffen der Feuerwehr waren die Brandherde in dem Mehrfamilienhaus in der Gröperstraße 27 von den Bewohnern gelöscht worden. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden im Keller und im Flur mehrere Feuer gelegt, beispielsweise in Briefkästen und auf Fußmatten vor zwei Wohnungstüren. Verletzt wurde niemand, sechs Hausbewohner erlitten Atembeschwerden, mussten ärztliche Hilfe jedoch nicht in Anspruch nehmen. Die Wohnungen blieben bis auf den Qualmgeruch unversehrt.

Nicht weit vom Brandort griff die Polizei noch am Sonntagvormittag einen 22-jährigen Mann auf, der betrunken war und psychisch gestört wirkte. "An seiner Kleidung wurden Rußspuren festgestellt", so die Polizei, der der vermutliche Täter nicht unbekannt war. Der Halberstädter sei wegen schwerer Brandstiftung schon einmal verurteilt worden.

Wie nun mit dem Tatverdächtigen, der wegen seines Gesundheitszustands in eine Spezialklinik eingewiesen wurde, weiter verfahren wird, entscheidet die Staatsanwaltschaft.

Laderampe eines Marktes brennt lichterloh

Etwa zwei Stunden vor dem Feuer in der Gröperstraße wurden um 3.25 Uhr die Kameraden zum Aldi-Markt in der Rudolf- Diesel-Straße gerufen. Dort brannte die hintere Laderampe lichterloh, die Flammen drohten auf das Einkaufsgebäude überzugreifen. Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr konnte dies verhindert und der Brand gelöscht werden, teilte die Polizei mit.

Nach ihren Ermittlungen haben Unbekannte versucht, einen auf dem Marktgelände abgestellten Backwarencontainer mit einem Winkelschleifer oder Ähnlichem zu öffnen. Durch Funkenflug wurde offensichtlich die Wandisolierung des Marktes entzündet. Der oder die Täter flüchteten, der Sachschaden wurde auf etwa 50 000 Euro geschätzt.

Bilder