Magdeburg l Es werden die kürzesten Osterferien, die Sachsen-Anhalt je hatte: In den kommenden zwei Jahren müssen die Schüler mit einem einzigen Ferientag auskommen. Zu den Feiertagen Karfreitag und Ostermontag kommt als Ferientag lediglich der Gründonnerstag hinzu. Seit Beginn des Schuljahres wächst darüber vielerorts Unmut.

Einige Privatschulen wollen die Neuregelung nicht hinnehmen. Die Internationale Grundschule in Barleben (Börde) etwa gibt ihren Schülern die Woche nach Ostern frei. "Die Schüler brauchen zu diesem Zeitpunkt dringend Erholung, die Zeit bis zu den Pfingstferien wäre sonst zu lang", sagt Schulleiterin Anke Strehlow.

Auch die Montessori-Grundschule in Halle will Ferientage verschieben, die Gesamtkonferenz soll im Oktober darüber entscheiden. "Die Ferienregelung ist sehr kinderunfreundlich. Bei den langen Winterferien wird es für viele Eltern schwer, eine Beschäftigung für ihre Kinder zu finden", sagt Schulleiter Dirk Rohra.

Eltern forderten, verschiedenen Wünschen entgegenzukommen

Etliche Schulen haben zumindest einen beweglichen Ferientag auf den Dienstag nach Ostern verlegt, etwa das katholische Liboriusgymnasium in Dessau. "Dann müssen verreisende Eltern nicht im Oster-Reisetrubel zurückfahren", sagt Schulleiter Benedikt Kraft. Auch Wernigeröder Grundschulen halten es so.

Verantwortlich für das Verschwinden der Osterferien ist eine Arbeitsgruppe aus Schüler-, Eltern- und Lehrervertretern beim Landesschulbeirat. Die Eltern hatten gefordert, verschiedenen Wünschen entgegenzukommen - auch Winter-, Pfingst- und Herbstferien sollten im Wechsel zu mindestens zweiwöchigen Auszeiten ausgebaut werden.


Schulleiter hält Osterferien für sinnvoll

"Allen recht machen kann man es nicht", sagt ein damals beteiligter Elternvertreter. Die Gewerkschaft GEW steht zu der Regelung. "Wir haben das bisherige Dogma gekippt, dass immer vor Ostern Ferien sein müssen", sagt GEW-Landeschef Thomas Lippmann. Die neue Regelung versuche, zehn verschiedene Grundsätze zu berücksichtigen, etwa das sinnvolle Einbinden von Feiertagen.

Kritik gibt es dennoch. Jürgen Mannke vom Philologenverband hält als Schulleiter Ferien zu Ostern für sinnvoller als solche im Februar. "Wichtig ist doch, dass sich Kinder im Freien bewegen können und wegkommen von den Computern. Und die meisten Leute, die ich kenne, haben kein Geld für teure Skiferien."

Der Leiter des Ökumenischen Domgymnasiums Magdeburg, Dietrich Lührs, spricht gar von der "schlechtestmöglichen Lösung". Nur aus Rücksicht auf Geschwisterkinder in anderen Schulen folge das Gymnasium dem staatlichen Ferienplan.