Magdeburg l Bis 2025 müssen Haus- und Wohnungseigentümer in Sachsen-Anhalt mit Wertverlusten ihrer Immobilien rechnen. Laut einer Postbank-Studie drohen vor allem auf dem Land hohe bis sehr hohe Risiken, was die Werthaltigkeit angeht.

Für die Postbank hatte das Prognos-Institut die 402 Städte und Kreise in Deutschland unter die Lupe genommen. Besonders schlecht schnitten dabei der Salzlandkreis (Platz 401) sowie die Kreise Mansfeld-Südharz, Stendal und Anhalt-Bitterfeld ab. Nur wenig bessere Platzierungen erreichten Magdeburg (326) und Halle (363).

Ausschlaggebend für die zumeist negativen Bewertungen waren für die Autoren der Studie mehrere Standortfaktoren. Sie untersuchten jeweils die Bevölkerungsentwicklung, Arbeitsplatzdichte, Leerstandsquoten sowie Zu- und Abwanderung. Deutlich bessere Bewertungen erreichten anhand dieser Faktoren die Städte Jena, Potsdam und Dresden.

Eine Immobilie in Kreisen mit hohen Zukunftsrisiken zu kaufen, muss dennoch nicht von vorneherein eine Fehlinvestition sein, erklärte Georg Hoogendijk, Geschäftsführer der Postbank Immobilien GmbH, am Mittwoch. "Eine gute Lage schützt vor Wertverlust in der Zukunft."

Hinzu kommt, dass Wohneigentum in Sachsen-Anhalt weiterhin bezahlbar bleibt - nicht nur für Besserverdienende, wie die Autoren der Studie betonen. Um ein Haus mit 130 Quadratmetern zu finanzieren, muss ein Käufer im Kreis Mansfeld-Südharz lediglich 18,1 Prozent seines Nettoeinkommens aufwenden, so wenig wie nirgends sonst in Deutschland. Die Finanzexperten der Postbank sehen die Überforderungsgrenze erst bei 40 Prozent. Günstige Werte weisen in dieser Hinsicht auch die Kreise Stendal, Wittenberg, Salzwedel, Harz und Salzlandkreis auf. In Magdeburg hingegen müssen Käufer im Schnitt schon 40 Prozent ihres Einkommens aufbringen, in Halle sogar 45 Prozent.

Die Experten des Immobiliendienstleisters Aengevelt in Magdeburg teilen die Einschätzungen der Studie. "Wertsteigerungen bei Eigentum sehen wir dort, wo es Zuwanderung und attraktive Arbeitsplätze gibt", erklärte Thomas Glodek. Magdeburg sei in dieser Hinsicht gut aufgestellt. "Ländliche Regionen haben es da deutlich schwerer, weil Wohnen in der Stadt wegen steigender Energiepreise und besserer Infrastruktur im Trend liegt."

Dass Anleger sich mit dem Kauf von Wohneigentum verspekulieren können, belegt eine weitere Studie, die am Mittwoch erschien. Dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge wird die Rendite bei jedem zweiten Investment von der Inflation aufgefressen. 24,6 Prozent der Anlagen bringen demnach keinen Ertrag, bei weiteren 20 Prozent beträgt die Rendite lediglich bis zwei Prozent.