Wie Deutschland war auch Jemen einst geteilt, 1990 vereinigte sich der formal sozialistische Süden mit dem Norden. Jemen ist etwa so groß wie Frankreich. Das arabische Land hat 24 Millionen Einwohner, Staatsreligion ist der Islam. 70 Prozent der Fläche bestehen aus Wüste. Die Einkommen sind niedrig. Öl und Erdgas sind die wichtigsten Exportgüter.

Als instabil und gefährlich schätzt das Auswärtige Amt die Lage im Land ein. Es gebe "erhebliche Risiken durch innere Konflikte, Stammesauseinandersetzungen, Massendemonstrationen und terroristische Anschläge", heißt es. Gängige Praxis verschiedener Stämme ist die Entführung von Ausländern, um Lösegeld und politisches Entgegenkommen zu erpressen. Im Januar etwa wurde ein Deutscher verschleppt, der nach Polizeiangaben aus Haldensleben stammt und im Mai wieder freikam, vermutlich nach Lösegeldzahlungen.

Im September stürmte die schiitische Huthi-Bewegung mit ihrer Miliz Ansar Allah die Hauptstadt Sanaa, der Präsident musste die Regierung entlassen.