Magdeburg l Eine Häufung von bewaffneten Überfällen auf Spielotheken in Magdeburg bereitet der Polizei zunehmend Sorge. Bei inzwischen drei Straftaten innerhalb von fünf Tagen erbeuteten die Räuber mehrere hundert Euro. Polizeisprecher Frank Küssner: "Wir gehen aufgrund der Vorgehensweise, der Maskierung, der Bewaffnung und der zeitlichen sowie örtlichen Nähe von einem Zusammenhang aus." Die Ermittler befürchten auch, dass die Täter demnächst wieder zuschlagen könnten.

Im aktuellsten Fall, am Montag kurz vor 21 Uhr in einer Spielhalle im Süden der Stadt, blieben die Räuber aber ohne Beute. Die dunkel bekleideten und maskierten Angreifer stürmten die Räume, bedrohten den 58-jährigen Angestellten und acht Gäste mit einem Revolver sowie einem Messer. Einer von ihnen machte sich sofort an der Kasse zu schaffen, die anderen drei hielten die Gäste in Schach.

Das Öffnen der Kasse gelang aber nicht. Als der Mitarbeiter der Spielhalle Aschenbecher nach den Tätern warf, traten diese überraschend ohne Beute die Flucht an. Auch wenn es in diesem Fall gelang, den Überfall zu vereiteln, warnt die Polizei vor solcher Gegenwehr. "Das kann schnell nach hinten losgehen", so Küssner.

Die Polizei konnte die Täter nicht fassen. Der 58-jährige Angestellte der Spielothek ist nach Angaben eines Kollegen wegen Schocks krank geschrieben. Er sagt: "Ich habe so etwas leider auch schon vor einigen Jahren erlebt. Das ist wie im Film und man verarbeitet das nur schwer. Da geht man ganz anders zur Arbeit."

Die Angst in den mehr als 20 Spielotheken in Magdeburg wächst. Obwohl viele mit Videoüberwachung, so auch die betroffenen Spielhallen, ausgerüstet sind. Von den Überfällen gibt es auch Aufnahmen, die aber noch nicht zur öffentlichen Fahndung freigegeben sind. Die Täter sollen mit osteuropäischem Akzent gesprochen haben. Die Kriminalpolizei untersucht Zusammenhänge mit weiteren Überfällen, unter anderem auf Einkaufsmärkte.