Bevor Nikolaus von Myra zum Geschenkebringer wurde, war der Bischof aus Kleinasien vor allem Schutzpatron der Seefahrer. Wenn es auf hoher See stürmte und sich die Wellen türmten, hielt der Heilige Nikolaus seine schützende Hand über die Seeleute – zumindest über die gläubigen.

Eine der Geschichten um Nikolaus besagt, dass der Heilige ein großzügiger Mensch gewesen sei. Einst habe er von einer Familie gehört, die so arm war, dass der Vater nur noch einen Ausweg sah: seine drei Töchter zur Prostitution zu schicken. Nikolaus wusste dies zu verhindern und warf in der Nacht drei Beutel mit Gold in das Haus der armen Leute.

Im späten Mittelalter erinnerten sich die Seeleute daran, und begannen am Abend des 5. Dezember kleine Schiffchen zu basteln, in die Nikolaus in der Nacht auf seinen Namenstag, dem 6. Dezember, Geschenke legen sollte. Bald übernahmen die Menschen an Land den Brauch und ersetzten Schritt für Schritt die Schiffchen durch ihre Schuhe.

Warum diese nun unbedingt sauber sein müssen, bleibt der Spekulation vorbehalten. Vielleicht wollten die Menschen den Heiligen Nikolaus nicht durch üble Gerüche belästigen, vielleicht suchten sie auch nur nach einem überzeugenden Argument, um die Kinder zum Schuheputzen zu animieren.

Damit es mit der Bescherung funktioniert, hat die Schuhmacherinnung einige Tipps zur Schufpflege parat:

  • Putzen sollte man nicht nur am Abend des 5. Dezember, sondern alle zwei bis drei Wochen.
  • Vor dem Cremen des Leders sollte der Schmutz mit einem feuchten Tuch entfernt werden.
  • Vor allem die Stellen, die großer Belastung, zum Beispiel durch Dehnen, ausgesetzt sind, sollten intensiv mit einem weichen Tuch oder Schwamm gecremt werden.
  • Metallteile, wie Haken und Ösen, sollten mit Vaseline oder Wachs behandelt werden.
  • Schuhe sollten nach dem Cremen nicht sofort poliert werden. Wachs und Cremes müssen erst eine Stunde einziehen.
  • Für das Polieren eignen sich neben weichen Bürsten vor allem Nylon-Strümpfe. Dann geht es mit langen Putzbewegungen los, die Endpolitur hingegen soll mit kleinen kreisförmigen Bewegungen erfolgen. Dann sollte alles zur Zufriedenheit des Heiligen Nikolaus sein.

 

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