Magdeburg (mf/ad/cm) | Die Polizei ermittelt wegen möglicher Drohungen gegen Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) in Zusammenhang mit den Magida-Demonstrationen gegen einen 28 Jahre alten Mann aus dem Jerichower Land. Es bestehe der Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten, teilte die Magdeburger Polizei am Mittwoch mit.

Nach Volksstimme-Informationen soll es sich dabei um den polizeibekannten Lokalpolitiker Dennis Wesemann handeln. Er ist Ortschaftsrat in Stresow im Jerichower Land. Der 28-Jährige soll für einen Kommentar auf der Facebook-Seite von Magida verantwortlich gewesen sein, auf der es hieß: "Ein Baum, ein Strick, Trümper".

Polizeibekannter Rechter

Die Behörden stufen Wesemann als rechtsextrem und aktiv ein. In seinem Heimatort Stresow war Wesemann im Mai 2014 mit dem besten Ergebnis aller Kandidaten in den Ortschaftsrat gewählt worden. Gleichzeitig war er Mitbegründer der Blue-White-Street-Elite, einer gewaltbereiten Hooligangruppe im Umfeld des 1. FC Magdeburg, die zwischenzeitlich verboten war.

Laut Ermittlern soll Wesemann auch an einem Überfall auf die Diskothek "Factory" Anfang Januar dieses Jahres beteiligt gewesen sein. Damals hatte eine Gruppe von 20 Rechtsextremen und Hooligans mindestens zwei Gäste krankenhausreif geschlagen und anschließend in der Innenstadt vier Iraker bedroht.

Am vergangenen Montag hatten sich nach aktuellen Polizeiangaben rund 750 Menschen an einer Magida-Demonstration nach dem Vorbild der Dresdner Pegida beteiligt. Zu mehreren Gegenveranstaltungen kamen rund 2200 Menschen. Trümper war auf der Facebook-Seite genannt worden,weil die Stadt während der Demonstration nach dem Vorbild der Dresdner Pegida ein Denkmal für den früheren Oberbürgermeister und Erfinder Otto von Guericke verhüllt hatte.