Magdeburg l Die Streiks sollen sich über zwei Wochen erstrecken. Verbeamtete Lehrer gehen nicht in den Ausstand. Sachsen-Anhalt ist besonders von Streiks betroffen. Grund: Es gibt vergleichsweise viele angestellte Lehrer. Die GEW spricht von deutlich mehr als 10000 Pädagogen. Laut Kultusministerium gibt es im Land insgesamt 16400 Lehrer.

Laut GEW ist am Dienstag in Halle ein erster Warnstreik mit Angestellten aus Schulen und Hochschulen geplant. Am selben Tag treffen sich Lehrer aus dem Bördekreis zum "Streik-Mittagessen" (13 bis 15 Uhr) im Kulturhaus Wanzleben.

Die Gewerkschaften fordern ein Lohnplus von 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro mehr. Hauptgrund für das Scheitern der Tarifrunde am Freitag in Potsdam sind Differenzen über die betriebliche Altersvorsorge und die tarifliche Eingruppierung der Lehrer. Die Altersvorsorge ist im öffentlichen Dienst Standard, soll aber wegen hoher Kosten reformiert werden. Die bundesweit 200000 angestellten Lehrer sollen besser tarifvertraglich abgesichert werden. Über die Höhe streiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Ein Sprecher des sachsen-anhaltischen Finanzministeriums sagte, allein die Forderungen der Lehrer würden die Länder bundesweit mit zusätzlich 340 Millionen Euro pro Jahr belasten. Insgesamt wird für 780000 Angestellte der Länder verhandelt. Die Gewerkschaften wollen das Ergebnis auf die 1,3 Millionen Beamten übertragen. In Sachsen-Anhalt sind mehr als 62000 Landesdiener betroffen.

Der Chef der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD), hält die Lohnforderung für unrealistisch. Würden sich die Gewerkschaften durchsetzen, kämen auf die Länderkassen Mehrkosten von 6,6 Milliarden Euro zu. Allein Sachsen-Anhalt müsste für seine 33000 Angestellten, 22000 Beamten und gut 7000 Pensionäre 170 Millionen Euro mehr überweisen. Am 16./17. März wird weiterverhandelt.

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