Explosionen im Land
2014 gab es 14 erfolgreiche Automatensprengungen, in fünf Fällen blieb es beim Versuch.

Serientäter vor Gericht: Zwei Männer müssen sich ab Freitag vor dem Magdeburger Landgericht verantworten. Ihnen werden Sprengungen im Harz, Magdeburg und der Börde vorgeworfen.

Calbe l Ein ohrenbetäubender Knall hat am Sonntagmorgen unzählige Anwohner eines Calbenser Wohngebiets aus dem Schlaf schrecken lassen. Der Grund: Gegen 5 Uhr ist die Filiale der Salzlandsparkasse in der Lessingstraße Ziel zweier maskierter Gasbomber geworden.

Nach Auskunft des Polizeireviers im Salzlandkreis hebelten die Unbekannten die Verblendung des Automaten auf und leiteten ein entzündliches Gasgemisch durch den Geldausgabeschacht des Automaten. Die enorme Druckwelle des explodierenden Geräts zerstörte auch den gesamten Eingangsbereich der Filiale. Glassplitter sowie weitere Teile von Fassadenelementen flogen meterweit auf Fußweg und Straße.

"Den eigentlichen Tresor mit dem Bargeld konnten sie allerdings nicht knacken und zogen unverrichteter Dinge wieder ab", sagte die Bernburger Polizeisprecherin Astrid Kuchta. Ein Anwohner sei Zeuge des Geschehens geworden und alarmierte umgehend die Polizei. Aus seinem Fenster konnte er das Kennzeichen des Fluchtfahrzeuges erkennen.

"Im Rahmen der Fahndung konnte der Fluchtwagen nahe der Schönebecker Ortslage Plötzky entdeckt werden", erklärt Kuchta. Streifenbeamte lieferten sich mit dem Audi eine rasante Verfolgungsjagd. Die Täter krachten schließlich mit ihren Auto in eine Buschgruppe und setzten ihre Flucht zu Fuß fort. Daraufhin verliert sich ihre Spur. Laut Kuchta sei es durchaus vorstellbar, dass die Täter per Handy einen weiteren Fluchthelfer bestellten. Nun werde mit Hochdruck wegen versuchten Diebstahls in besonders schwerem Fall sowie der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion ermittelt.

Die Täter blieben ohne Beute. Der geschätzte Sachschaden beläuft sich auf rund 70 000 Euro. Personen kamen nicht zu Schaden. Für das Gebäude, in dem sich die Sparkassenfiliale befindet, bestehe laut Kuchta keine Einsturzgefahr. Inwieweit die darüberliegenden Mietwohnungen durch die Explosion in Mitleidenschaft gezogen wurden, muss die städtische Wohnungsbaugesellschaft noch untersuchen lassen.

Bereits in der Nacht zum 9. Februar gab es in Staßfurt eine erfolgreiche Automatensprengung in einer Postbankfiliale. Die Polizei fand nur einige hinterlassene Geldscheine im Vorraum der zerstörten Filiale.