Frankfurt (dpa/afp) l Der Copilot, der die Germanwings-Maschine vermutlich mit Absicht zum Absturz brachte, war zu diesem Zeitpunkt krankgeschrieben gewesen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnungen wurden "zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen gefunden", teilte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Freitag mit.

Dies stütze die Annahme, dass der 27-Jährige seine Erkrankung gegenüber Arbeitgeber und Kollegen verheimlicht habe. Es seien Dokumente sichergestellt worden, die auf eine Erkrankung und entsprechende ärztliche Behandlungen hinweisen. Vernehmungen und die Auswertung der Unterlagen würden noch Tage in Anspruch nehmen. Germanwings bestätigte, dass der Pilot keine Krankschreibung vorgelegt habe.

Wie die "Rheinische Post" berichtete, soll der Copilot zwei Krankschreibungen von verschiedenen Ärzten gehabt haben. Außerdem bestätigte die Uniklinik Düsseldorf er sei zuletzt am 10. März dort als Patient vorstellig geworden. Bekannt geworden war auch eine depressive Vorerkrankung des Piloten. Laut Presseberichten hatte Andreas L. deswegen seine Ausbildung unterbrechen müssen. Frankreichs Premierminister Manuel Valls forderte unterdessen die Lufthansa auf, "alle Angaben zum Lebenslauf und Profil dieses Piloten zu beschaffen".

Unterdessen wurde bekannt, dass unter den Opfern der Flugzeugkatastrophe auch eine Frau aus Sachsen-Anhalt ist. Wie Sicherheitskräfte gegenüber der Volksstimme bestätigten, stammte die 31-jährige Frau gebürtig aus Halle. Nach Medienberichten hat sie an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein studiert, lebte inzwischen aber als Künstlerin in Leipzig.