Magdeburg l Alles andere als fantasielos gehen die Fans des 1. FC Magdeburg und des Halleschen FC im sprachlichen Schlagabtausch miteinander um. Dies ergab ein Blick in die jeweiligen Fan-Foren. Hier eine kleine Wortkunde:

Wenn Hallenser von "Maggis" sprechen, meinen sie nicht die Gewürztunke, sondern die Magdeburger. Lassen sich mit "Maggi" noch Attribute wie kräftig und geschmackvoll in Zusammenhang bringen, fällt dies mit dem Begriff "Bördeferkel" schon schwerer - auch eine Umschreibung für den FCM-Fan. Der Magdeburger kontert die "Ferkel" gern in Richtung Halle mit "Chemie-Schweine". Aus Sicht der Sprachkunde eine feine Wortschöpfung, weil sie historische Bezüge zum ehemaligen Kombinat und Förderer des HFC herstellt.

Stark umgangssprachlich geprägt ist dagegen die derbe Bezeichnung: "Saale-Pisser". Das gefällt uns nicht. Bedauerlich ist, dass der "Halunke" als Inbegriff der Umschreibung eines HFC-Anhängers zunehmend aus der Mode gerät.

"Magdedorf" - gern auch variiert mit "Magdedoof" - sind heitere Bezüge, die der Hallenser zur bäuerlichen Tradition der Börde herstellt. In diese Rubrik fällt auch die hässliche Bezeichnung "Kartoffelhalle" für die MDCC-Arena, das FCM-Stadion. "Magdedorf" geht übrigens auf einen Sket-Betriebsrat zurück: "Wenn Sket kaputtgeht, wird Magdeburg zum Magdedorf", hatte er 1992 gesagt.

Am Ende ist es ein Magdeburger Slogan, dessen subtile Botschaft, dessen schlichte Klarheit unübertroffen ist: "Alle gegen Halle!" Dem ist nichts hinzuzufügen.