Neue Firmenzentrale
Im Dezember des vergangenen Jahres legte FAM den Grundstein für die neue Firmenzentrale auf dem Gelände im Magdeburger Stadtteil Sudenburg. Bis Ende 2016 soll der Erweiterungsbau mit einer Grundfläche von 950 Quadratmetern fertiggestellt sein.
Zehn Millionen Euro hat das Unternehmen in den Neubau investiert. Auf vier Etagen werden 230 Arbeitsplätze geschaffen. "Wir wollen einen Qualitätssprung in der räumlichen Ausstattung erreichen", sagte Geschäftsführer Petermann.
Die derzeitige Firmenzentrale stammt aus den 90er Jahren und ist 2003 saniert worden. Auf dem Unternehmens-Grundstück wird in den kommenden Jahren weiter gebaut. Von 2017 bis 2025 wird FAM für 50 Millionen Euro neue Hallen errichten, auch um Prozesse in der Produktion zu optimieren. (ba)

Magdeburg l Rund 80 Prozent seiner Maschinen verkauft FAM ins Ausland. Das Kerngeschäft des Traditionsunternehmens ist dabei stark abhängig von der Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten. Nicht nur der Ölpreis ist gefallen, auch Metalle sind billiger geworden. Potenzielle Auftraggeber von FAM haben sich deswegen zurückgehalten, sagte Geschäftsführer Lutz Petermann. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr auf 280 Millionen Euro. 2013 standen in den Büchern des Maschinenbauers noch rund 330 Millionen Euro.

"Wir haben ein stabiles Jahr hinter uns und haben ein vernünftiges Ergebnis erzielt. Die guten Zahlen von 2013 konnten wir nicht wiederholen", so Petermann. Auch der Wert der eingegangenen Aufträge ist im zurückliegenden Geschäftsjahr leicht zurückgegangen. Kunden bestellten für rund 270 Millionen Euro neue Maschinen.

Das nahezu komplett zum Erliegen gekommene Geschäft in Russland und der Ukraine hat auch dazu beigetragen. Im vergangenen Jahr musste FAM unter anderem in der Ukraine einen Großauftrag im Wert von 100 Millionen Euro auf Eis legen. Die politische Lage lasse es derzeit nicht zu, das Projekt im Hafen von Odessa weiterzuführen, sagte Petermann. "Bei uns gehört langer Atem zum Geschäft. Der Bedarf ist da. Die Ukraine braucht diesen Hafen. Im Moment ist aber kein Investor bereit, das Geld auf den Tisch zu legen", erklärte Petermann.

Millionenauftrag aus Sachsen-Anhalt

Als Reaktion hat FAM im vergangenen Jahr die Vertriebsaktivitäten auf anderen Märkten verstärkt. In Australien bekamen die Magdeburger den Zuschlag für einen Auftrag aus der Aluminiumindustrie. Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (MIBRAG) aus Zeitz (Burgenlandkreis) bestellte bei FAM einen neuen Massenverteiler im Wert von 45 Millionen Euro. Die Verteilanlage soll in den kommenden Jahren im sächsischen Braunkohle-Tagebau Vereinigtes Schleenhain für das Abbaufeld Peres errichtet werden.

Die Ingenieure und Mechaniker aus Magdeburg arbeiteten im vergangenen Jahr vor allem an bestehenden Projekten in Nord- und Südamerika. Im Westen Kanadas werden zwei große Anlagen zur Aufbereitung von Ölsand errichtet. Ende 2016 sollen die Projekte mit einem Auftragsvolumen 350 Millionen Euro abgeschlossen sein.

In Kolumbien haben FAM-Mitarbeiter zwei große Schiffsbelader aufgebaut. Vor allem logistisch ein anspruchsvoller Auftrag, so Petermann. Große Teile der Anlagen sind in den FAM-Werkshallen in Magdeburg gefertigt worden. Stahlbaukomponenten kamen aus China. Mit einem Spezialschiff sind alle Teile nach Kolumbien gebracht und dort montiert worden. Rund 30 Millionen Euro hat FAM mit den Aufträgen aus der Hafenstadt Puerto Bolivar umgesetzt.

Südamerika wird 2015 der Hauptabsatzmarkt für FAM-Maschinen sein, schätzt Petermann. Anfang des Jahres haben drei Unternehmen aus der chilenischen Kupferindustrie Aufträge ausgegeben. "Das war ein guter Start", sagte Petermann. Der Förderanlagenbauer hat nunmehr Aufträge über einen Gesamtwert von rund 500 Millionen Euro in den Büchern stehen. "Damit sind wir bis Jahresende weitgehend ausgelastet", so der Geschäftsführer.

FAM zählt zu den weltweit größten Anbietern von Tagebau-, Lager- und Umschlagtechnik. Mehr als 1800 Beschäftigte arbeiten in vielen Ländern der Welt für den Förderanlagenbauer aus Magdeburg, etwa 800 davon am Standort in der Landeshauptstadt.

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