Lehrer-Einstellungen

In Sachsen-Anhalt gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Streit um den jährlichen Neueinstellungskorridor für Lehrer.

Nachdem dieser auf 220 Lehrer-Einstellungen begrenzt worden war, ist er im laufenden Schuljahr auf 370 Köpfe aufgestockt worden.

Das reicht aber noch nicht, um überall den Unterricht sicherzustellen. In diesem Jahr werden deshalb 100 Lehrer zusätzlich eingestellt. Ziel: Eine 103-prozentige Unterrichtsversorgung, um z.B. Krankheitsfälle ausbalancieren zu können.

Die Aufstockung soll rund sechs Millionen Euro kosten.

Magdeburg l Eine kleine Grundschule in der Altmark: Zwei Lehrer fallen wegen Krankheit wochenlang aus, schon bricht die Unterrichtsversorgung für die 60 Schüler fast völlig zusammen. Das soll es so zukünftig nicht mehr geben - weder in der Altmark, noch in der Börde oder im Harz. Die Landesregierung nimmt in diesem Jahr rund sechs Millionen Euro in die Hand, um zusätzlich 100 Lehrer einzustellen.

Die neuen Lehrkräfte sollen einen sogenannten Vertretungspool bilden. Sie werden nicht fest an einer Schule eingesetzt, sondern sollen Versorgungslücken an mehreren Schulen innerhalb eines Landkreises schließen. In jeder Region soll analysiert werden, für welche Schulform und Fächerkombinationen Lehrer benötigt werden. "Das hat den Vorteil, dass die Lehrer dann auch dort hinkommen, wo sie dringend gebraucht werden", sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Katrin Budde der Volksstimme. Nach zwei Jahren soll für die Lehrkräfte ein "Anrecht" bestehen, auf eine feste Stelle an eine Schule zu wechseln.

Sachsen-Anhalt orientiert sich damit an Thüringen, wo ein solches Modell bereits existiert. "Wir erreichen damit unser Ziel einer 103-prozentigen Unterrichtsversorgung", sagte Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD). "Auch in Zukunft werden Stunden ausfallen. Aber es werden deutlich weniger sein." Dorgerloh hofft, dass das Programm hilft, besonders junge Lehrer in dünnbesiedelte Regionen zu locken. "Wenn sie einmal da sind, ein gutes Team und eine tolle Schule haben, wollen sie dann vielleicht gar nicht mehr weg", so der Kultusminister.

Sachsen-Anhalt wirbt seit Jahren verstärkt um Lehrkräfte. Das Problem: Häufig passen die Bewerber nicht zur gesuchten Fächerkombination. Einige Stellen wurden schon mehrfach ausgeschrieben, konnten mangels Bewerber aber bisher nicht besetzt werden.

Gesucht werden in diesem Jahr besonders Lehrer für Grundschulen und Gymnasien. Gute Chancen haben Absolventen aus den Bereichen Naturwissenschaften, Fremdsprachen und Musik.