13 Parteien ringen um Macht und Einfluss in Sachsen-Anhalt. Wer künftig das Sagen hat, entscheiden die Wähler am 20. März. In den nächsten Tagen stellt die Volksstimme alle Parteien kurz vor – wer ihre Spitzenkandidaten sind und mit welchen Inhalten sie überzeugen wollen. Heute: Die Linke.

Von Winfried Borchert

Magdeburg. Sachsen-Anhalts Linke hat sich ein großes Ziel gesetzt. Als bundesweit erster Linke-Landesverband will man den Ministerpräsidenten stellen. In den Umfragen hat die Partei zuletzt einige Prozentpunkte eingebüßt und gegenüber der CDU an Boden verloren. Lagen beide Parteien noch im September in der Wählergunst mit jeweils 30 Prozent gleichauf, wurden zuletzt für die Linke 26 Prozent vorausgesagt. Damit läge die Partei zwar nur an zweiter Stelle, könnte aber mit der SPD (zuletzt 23 Prozent) eine Regierungskoalition bilden und mit Wulf Gallert den Regierungschef stellen. Theoretisch. In der Praxis zeigt SPD-Spitzenkandiat Jens Bullerjahn der Linken die kalte Schulter, wiederholt gebetsmühlenartig, er werde keinen Linken zum Ministerpräsidenten wählen. Die SPD sei nur zu Rot-Rot bereit, wenn sie stärker sei als die Linke und folglich selbst Anspruch auf das Amt des Regierungschefs anmelden könnte.

Gallert, seit sieben Jahren Chef der Linke-Landtagsfraktion, wurde unangefochten zum Spitzenkandidaten gekürt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Sozialpolitikerin Birke Bull aus Halle und Landtagsvizepräsidentin Helga Paschke aus Stendal.

Gallert und seine Genossen setzen darauf, dass innerhalb der SPD eine Diskussion um ein rot-rotes Bündnis entbrennt, falls das Wahlergebnis die Chance dafür bietet.

Denn inhaltlich stehen sich Linke und SPD in wichtigen Punkten deutlich näher als CDU und SPD. Zum Beispiel in den Fragen längeres gemeinsames Lernen, flächendeckender Mindestlohn und Ganztags-Kinderbetreuung. Von 1994 bis 2002 tolerierte die Linke (damals PDS) eine SPD-geführte Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Reinhard Höppner.

An erster Stelle im Wahlprogramm stehen eine bessere Bildung für alle Kinder sowie Chancengleichheit für Kinder aus sozialschwachen Familien.

 

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